Magdeburg l „Wenn ich einen Arzttermin habe, benötige ich wesentlich mehr Zeit als eine halbe Stunde“, zeigt sich Helga Peters verärgert über die Parkzeiten, die am Ärztehaus an der Ecke Diesdorfer Graseweg/Niendorfer Straße in Magdeburg eingeführt wurden.

Die 80-Jährige ist nicht die einzige, die ihren Unmut gegenüber der Volksstimme zum Ausdruck bringt. Denn: „Wo soll ich denn mein Auto lassen, wenn es Gefahr läuft, nach 30 Minuten abgeschleppt zu werden?“. Hinweisschildern ist zu entnehmen, dass mit Ablauf der kostenfreien Parkzeit eine Gebühr anfällt bzw. ein kostenpflichtiges Abschleppen droht.

Parkautomat soll kommen

Die nun eingeführte Parkregelung ist eine Übergangsregelung, so Immobilienbesitzer Henry Wilke auf Nachfrage. Bis spätestens November 2017 wird auf dem Parkplatz am Ärztehaus sowie auf dem gegenüberliegenden Parkplatz (dieses Areal zählt mit zum Grundstück) ein Automat installiert, über den ein Parkticket gezogen werden kann. „Wir orientieren uns dabei an Kliniken wie dem Marienstift“, so der Hinweis.

Gemeint ist ein kostenfreies Parken für eine Dauer von 30 Minuten, das jedem Fahrzeugführer mit einer Parkuhr auch nach dem Aufbau des Automaten eingeräumt wird. Für darüber hinausgehende Parkzeiten werden mit der Einführung des Automaten Gebühren erhoben. „So wie dies in der Stadt üblich ist“, verweist Wilke. Eine Parkraumgesellschaft wird die Kontrolle des Parkplatzes übernehmen.

Gegen Langzeitparker gerichtet

Die Veränderungen am Ärztehaus, das vor 25 Jahren mit Fachärzten für Unfallchirurgie und Unfallmedizin, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Physiotherapie und Zahnmedizin eingerichtet wurde, sollen für Ordnung sorgen. Die neue Parkzeitregelung richtet sich gegen Langzeitparker, die über Jahre hinweg die Stellflächen ohne Parkuhr und „ohne einen Bezug zum Haus genutzt" hätten.

"Für Anwohner und Mitarbeiter sind sie aber nicht gedacht, sie stehen ausschließlich Besuchern zur Verfügung", stellt Henry Wilke klar. Ärgerlich sei, dass auch jetzt wieder viele Fahrer ihre Autos abstellen würden, ohne die Parkzeit mit einer Parkuhr kenntlich zu machen.

Dass es Irritationen um die Nutzung der Stellplätze gebe, sei unglücklich gelaufen. „Mit dem Aufstellen des Parkautomaten wird es Klarheit geben. Ein Abschleppen muss bis dahin niemand fürchten“, sagt der Ottersleber. Ärzte und Apotheke seien im Vorfeld über die Parkzeitänderungen informiert worden.