Magdeburg l Am Luisenhaus der Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg wird gebaut: Hospiz und Kinderhospiz, die hier ihren Sitz haben, benötigen dringend mehr Platz. Noch im Jahr 2020 soll der Anbau in Betrieb gehen. Das aktuelle Ziel ist es, Anfang Juni die Eröffnung zu feiern.

Während das Kinderhospiz – die Mitarbeiter haben erst am 6. März 2020 das siebenjährige Bestehen der Einrichtung begangenen – die Räume im Dachgeschoss nutzen kann, stehen die unteren Räume dem Hospiz für die Erwachsenen zu Verfügung – diese Einrichtung gibt es bereits 17 Jahre.

Erste Überlegungen im Jahr 2016

Baustart war im Spätsommer 2019, für Anbau und Umbau werden circa 1,9 Millionen Euro investiert. Die ersten Überlegungen zur Erweiterung hatte es bereits im Jahr 2016 gegeben. Doch zur Finanzierung war es ein weiter Weg. Denn wie die eigentliche Arbeit in der Einrichtung hängt auch die Erweiterung wesentlich davon ab, wie Spendengelder fließen. Der Anbau wird hauptsächlich für die Verwaltung bzw. Umkleiden für das Personal und als Lager genutzt. Damit entsteht wieder mehr Platz in den Hospizen. Das Dachgeschoss wird ebenfalls umgebaut. Hier entstehen auf 135 Quadratmetern ein Spiel- und Gruppenraum sowie Büroräume und eine Bibliothek.

Franziska Höppner leitet das Kinderhospiz und erläutert an dem Beispiel ihrer Einrichtung, warum mehr Platz benötigt wird: „Am Anfang hatten nur wenige Familien unser Angebot genutzt. Es brauchte seine Zeit, bis sich herumgesprochen hatte, was ein Kinderhospiz ist, was es den todkranken Kindern und ihren Familien bringt.“ Inzwischen sind die Plätze in den zwei Einzel- und drei Doppelzimmern gut belegt. Zur Verfügung stehen zudem Therapieräume. Auch Familien aus der weiteren Umgebung kommen heute in das Kinderhospiz der Pfeifferschen Stiftungen.

Begegnung abseits der Wohnbereiche

Bislang verfügt das Kinderhospiz über drei Elternzimmer. „Da mangelt es aber am Rückzugsraum zum Beispiel für Geschwisterkinder“, berichtet die Leiterin des Kinderhospizes. Die Familien im Allgemeinen und die Geschwisterkinder im Besonderen sind es, die für die Einrichtung zunehmend an Bedeutung gewonnen haben. Die Idee: Auch eine Art Wohnzimmer zu schaffen, in dem die jungen Gäste des Hauses ihre Familien oder auch die Familien anderer abseits der Wohnbereiche oder der Therapieräume treffen können.

Die Arbeit mit den Familien geht über den Aspekt, dass die Familien bei ihrem Aufenthalt mehr Platz bekommen, übrigens weit hinaus. Erst im vergangenen Jahr hat die Einrichtung der Pfeifferschen Stiftungen eine Gruppe für hinterbliebene Geschwister ins Leben gerufen. Franziska Höppner sagt: „Wir haben den Eindruck, dass es für so etwas einen großen Bedarf gibt. Kindern und Jugendlichen kann es sehr helfen, wenn sie merken, dass andere eine ähnliche Situation durchmachen müssen, wenn sie selbst und die Familienangehörigen den Tod einer Schwester oder eines Bruders verarbeiten müssen.“

Das Hospizzentrum der Pfeifferschen Stiftungen Magdeburg und das Kinderhospiz Magdeburg verfügen über eigene Homepages.