Verkehr

Plätze für Fahrräder an Haltestellen in Magdeburg in Aussicht

Wer in Magdeburg zwischen Fahrrad und ÖPNV umsteigen möchte, soll eine Erleichterung bekommen. Neue Abstellanlagen sind an sechs Haltestellen geplant.

Von Martin Rieß 11.08.2021, 00:40
Anlehnbügel gut bestückt mit Fahrrädern im Nordabschnitt des Breiten Wegs. Anders als an alten Abstellmöglichkeiten läuft man hier nicht Gefahr, die Felgen zu beschädigen.
Anlehnbügel gut bestückt mit Fahrrädern im Nordabschnitt des Breiten Wegs. Anders als an alten Abstellmöglichkeiten läuft man hier nicht Gefahr, die Felgen zu beschädigen. Foto: Martin Rieß

Magdeburg - Neue Abstellmöglichkeiten für Fahrräder verspricht die Stadtverwaltung – sofern die in diesem Monat beantragten Fördermittel fließen. Konkret geht es um Anlehnbügel an sechs Standorten. Acht bis 16 dieser Metallkonstruktionen sollen an Straßenbahnhaltestellen aufgestellt werden. Es handelt sich um die Stationen Barleber See, Pettenkoferstraße, Neustädter Platz, Arenen, Wilhelm-Külz-Straße und Sket-Industriepark. Entstehen würden so je nach Standort 16 bis 32 Abstellmöglichkeiten. Genutzt werden soll das Fördermittel-Sonderprogramm „Stadt und Land“.

Vorangegangen war ein Beschluss des Stadtrats im Mai 2021 zur Errichtung von Abstellanlagen an Schnittpunkten mit dem öffentlichen Personennahverkehr. Auf Antrag der CDU-Stadtratsfraktion sollte geprüft werden, wo entsprechende Angebote für Radfahrer geschaffen werden können. Zum einen hatten die Christdemokraten dabei im Blick, dass viele Menschen mit dem Fahrrad zur Haltestelle und dann mit Bus oder Straßenbahn weiterfahren und diese Platz für ihr Fahrrad benötigen. Zum anderen ging es auch um die Bekämpfung von Kriminalität: An einem Fahrradbügel lässt sich das Fahrrad eher sichern als am Mast eines Straßenschilds oder dem Pfeiler einer Straßenlaterne.

Arbeitsgruppe ist auf der Recherche

Eine Arbeitsgruppe Fahrradanlehnbügel beschäftigt sich nämlich unabhängig vom Antrag der CDU bereits seit längerem mit dieser Thematik und steht der Aufstellung von Fahrradanlehnbügel positiv gegenüber. Diese hatte unter anderem bereits das Aufstellen von Fahrradanlehnbügel im Bereich von Haltestellen wie der am Universitätsplatz und am Schiffshebewerk mit einer Bushaltestelle des Regionalbusverkehrs begleitet.

Doch oft erwiesen sich die örtlichen Bedingungen zum Beispiel mit Blick auf den Leitungs- oder Baumbestand sowie die bestehenden Eigentumsverhältnisse als problematisch. „Des Weiteren sind verschiedene Standorte auf Grund mangelnder Sozialkontrolle als kritisch zu betrachten“, heißt es in dem Papier aus dem Magdeburger Baudezernat. Sprich: Wo kein Publikumsverkehr vorhanden ist, sollten besser keine Möglichkeiten zum Abstellen von Fahrrädern geschaffen werden, da dies als Einladung zum Diebstahl der Zweiräder missverstanden werden könnte.

Doch mit der Stellungnahme gibt es auch ein Versprechen aus dem Baudezernat: Man werde „weiterhin geeignete Haltestellenstandorte prüfen und bei Eignung die Montage abgestimmter Fahrradanlehnbügel durchführen“.

Hintergrund des Engagements: Erklärtes Ziel in Magdeburg ist es, den Fahrradverkehr als Alternative zum Autoverkehr zu stärken. Eines der Probleme, das von Radfahrern immer wieder kritisiert wird, ist das Fehlen von sicheren Abstellmöglichkeiten. Neben den Haltestellen zum öffentlichen Personennahverkehr stehen dabei auch öffentliche Einrichtungen wie das Gelände vor der MDCC-Arena im Fokus, wo auf die Diskussion hin bereits Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen worden sind.