Magdeburg l Das Wahlkreisbüro von Andreas Schumann (CDU) wurde in der Nacht zu Mittwoch von Unbekannten beschädigt. „Die müssen mit einer unglaublichen Gewalt vorgegangen sein“, berichtet der Landtagsabgeordnete. Die Scheiben des Büros wurden mit Steinen eingeworfen. Diese hatten eine wahnsinnige Energie, so Schumann, anders seien die handballgroßen Löcher in der Wand hinter den Scheiben nicht zu erklären. Immerhin seien die Fenster aus doppelverglastem Sicherheitsglas.

Schumann traf die Nachricht völlig unerwartet: „Ich war gerade auf dem Weg zu einem Termin in Gardelegen, als mich mein Mitarbeiter anrief und mir von dem Vorfall berichtete.“ Diese Eskalation sei für ihn erschreckend, denn Debatten sollten inhaltlich geführt werden und nicht mit Gewalt.

Dass die Tat politisch motiviert war, lassen Schmierereien auf der Hauswand vermuten. Darin wurde Schumann als „Kriegstreiber“ verunglimpft und eine Zusammenarbeit mit der Türkei unterstellt. Der Politiker dazu: „Damit haben wir in der Landespolitik doch gar nichts zu tun. Wir werden für Dinge verurteilt, die in Berlin entschieden werden.“ Er will sich davon aber nicht unterkriegen lassen. Er werde sein Wahlkreisbüro in Alt-Fermersleben belassen.

Passanten, mit denen er gesprochen hat, bestätigen ihn in seiner Meinung. „Die Leute sind ebenfalls fassungslos und können diese Wut nicht nachvollziehen“, berichtet Schumann. Der 57-Jährige ist seit fünf Jahren Mitglied des Landtages und seit 2009 in der Lokalpolitik aktiv, aber so eine Aggression sei ihm bislang unbekannt gewesen, sagt er. „Wir haben immer mal wieder Aufkleber und Schmierereien von den Fenstern entfernen müssen, aber das war nicht vergleichbar hiermit.“

Den Schaden schätzt Schumann auf eine „mindestens vierstellige Summe“. Wer dafür aufkommt, ist noch nicht geklärt. Schumann müsse dazu erst mit seinem Vermieter sprechen. Die Polizei ermittelt derweil in alle Richtungen, so eine Sprecherin. Die gesicherten Spuren werden vom Landeskriminalamt ausgewertet. Zur Aufklärung der Tat sei man aber auf Zeugenaussagen angewiesen. Zeugen werden gebeten, sich im Polizeirevier Magdeburg unter der Telefonnummer 0391/546-3295 melden.