Magdeburg l Kaum flimmerte der letzte Polizeiruf aus Magdeburg Ende März 2018 über den Bildschirm, sind die Dreharbeiten für die nächste Ausgabe des Krimis aus der Landeshauptstadt auch schon in vollem Gange. Neben den Kommissaren Doreen Brasch (Claudia Michelsen) und Dirk Köhler (Matthias Matschke) werden im nächsten Polizeiruf mit dem Arbeitstitel „Zehn Rosen“ aber auch Komparsen, also Laienschauspieler zu sehen sein.

Die Komparsen haben zwar meist keinen Sprechtext, sind für das Gelingen einer solchen TV-Produktion aber wichtig. Und darum, dass Komparsen und Produktionsfirma – manchmal auch sehr spontan – zusammenfinden, kümmert sich Christian Ladtsch. Er betreibt die Agentur Komparsenzirkel – am Schreibtisch des heimischen Wohnzimmers in Magdeburg.

Passende Besetzung finden

Grundlage seiner Vermittlungsarbeit bildet eine Datenbank, die Christian Ladtsch seit mehreren Jahren pflegt. In der Datenbank befinden sich die Angaben seiner Komparsen. Darunter deren Alter, Größe, Gewicht und Haarfarbe. Mit Hilfe von Filtern kann Christian Ladtsch so schnell und unkompliziert die passende Besetzung für die Produktionsfirmen finden. Einen Anruf später weiß der Magdeburger, ob der Laienschauspieler Lust und Zeit hat, an einer TV-Produktion, einem Videodreh oder Fotoshooting teilzunehmen.

Welche Komparsen für den aktuellen Polizeiruf gesucht werden, weiß Christian Ladtsch bereits und kümmert sich zurzeit intensiver als sonst um die Vermittlung. Da sich im Ablauf der Produktion allerdings auch spontan Änderungen ergeben, kommt es vor, dass er innerhalb von nur einem Tag eine passende Besetzung finden muss. „Manchmal ist das zwar schwierig, aber das hat bisher glücklicherweise immer geklappt“, sagt der studierte Medienwirt.

Idee während des Studiums entwickelt

Die Idee zum Komparsenzirkel entstand bereits während seiner Studienzeit, als der Polizeiruf aus Sachsen-Anhalt noch in Halle gedreht wurde. Richtig los ging es dann nach einem offenen Casting im Opernhaus im Jahr 2012. Seither füllt sich die Datenbank des Magdeburgers stetig.

Leben kann Christian Ladtsch von der Vermittlung seiner Komparsen allerdings nicht. Doch das stört den Freiberufler, der beim MDR unter anderem als Redaktionsassistent tätig ist, nicht. „Ich bin ein kommunikativer Mensch und mir macht die Arbeit Spaß. Man bekommt sehr viel zurück“, sagt er.

Über Besetzung entscheidet TV-Team

Wer letztlich einen Einsatz als Komparse bekommt, entscheidet allerdings nicht Christian Ladtsch. Er schlägt der Produktionsfirma lediglich mögliche Komparsen vor und übernimmt die Kommunikation zwischen allen Beteiligten.

Prinzipiell kann aber jeder, der Lust hat, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, Komparse werden. Denn Christian Ladtsch findet: „Jeder ist auf seine Art und Weise individuell und das ist das Spannende.“ Wenn sich am 7. Mai die letzte Klappe für den neuen Polizeiruf aus Magdeburg schließt, wird Christian Ladtsch rund 150 Komparsen vermittelt haben. „Die Anzahl der Komparsen hängt ganz davon ab, welche Geschichte erzählt wird.“

Polizeiruf aus Magdeburg 2019 zu sehen

Zu sehen gibt es den kompletten Krimi aus Magdeburg dann auch für die Komparsen allerdings erst 2019. Und so viel sei verraten: Für „Zehn Rosen“ hatte Christian Ladtsch nach einer weiblichen Leiche gesucht und sie auch gefunden, also, die perfekte Darstellerin.