Magdeburg l Zwar senken die Städtischen Werke Magdeburg (SWM) in den kommenden Monaten die Preise für den Strom. Doch gleichzeitig wird der Grundpreis deutlich erhöht. Unter dem Strich dürften die meisten Haushalte in Magdeburg in Zukunft daher tiefer in die Tasche greifen müssen, damit Fernseher, Waschmaschine und Kühlschrank laufen und damit das Licht brennt.

Besonders hoch fällt der Anstieg für die aus, die wenig Strom verbrauchen. Für Kunden, die mehr als 8000 Kilowattstunden (kWh) im Jahr benötigen, ergibt sich sogar eine Preissenkung. Doch diese sind unter den privaten Haushalten in Magdeburg rar gesät. Ab 1. März 2019 gelten die neuen Preise für die ersten Kundengruppen, ab 1. April für alle anderen.

90 Prozent der Magdeburger bei SWM

Wer in einem langfristigen Tarif zum Beispiel mit einer Laufzeit von zwölf Monaten gebunden ist, muss nicht sofort mehr zahlen. Für ihn gelten die neuen Preise erst, wenn ein neuer Abrechnungszeitraum beginnt. Da es beim Tarif SWM Basis keine solchen Laufzeiten gibt, gelten hier die neuen Kosten sofort. Etwas mehr als ein Drittel der SWM-Kunden nutzt diesen Stromtarif. In Magdeburg haben die Städtischen Werke bei den Privathaushalten einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent.

Thomas Pietsch leitet bei den Städtischen Werken Magdeburg den Bereich Vertrieb und Handel. Er erläutert, dass aufgrund der Energiewende viel in das Netz investiert werden muss. Damit steigen die Kosten – unabhängig wie viel Strom über welche Strecken tatsächlich transportiert werden muss. Er sieht hier eine ungelöste Aufgabe: „Inwieweit man eine Solidarisierung vornehmen möchte, um Kleinverbraucher zu entlasten und wer die Entlastung tragen soll, ist immer wieder an die Politik angetragen worden, aber bisher ohne Beantwortung geblieben.“

Teure Messtechnik

Ein weiterer „politischer Kostentreiber“ ergebe sich aus der Messtechnik. Es geht um den inzwischen geforderten Einbau digitaler Stromzähler. „Die modernen Zähler sind deutlich teurer und haben in unserem Eichrecht eine geringe Lebensdauer. Das führt zu steigenden Messpreisen, die sich im Grundpreis unserer Produkte niederschlagen. Einen direkten Nutzen hat der Kunde davon nicht“, so Thomas Pietsch.

Da unter diesen Bedingungen auch die anderen Stromanbieter agieren, sind auch bei diesen die Preise gestiegen. In den gängigen Vergleichsportalen bleibt nach Abzug von Neukundenrabatten nicht viel übrig. Mit ihren günstigeren Tarifen beteiligen sich die SWM übrigens nicht an den Vergleichsportalen, da die Anbieter dafür bezahlen müssen, hier über den Basistarif hinaus gelistet zu werden. Auf jeden Fall gibt es im Falle von Preissteigerungen ein Sonderkündigungsrecht.

Verbraucherzentrale gibt Spartipps

Zwar wird es gerade in kleinen Haushalten kaum möglich sein, die Kostensteigerung für den Grundpreis mit Stromeinsparungen aufzufangen. Dennoch sollte dieses Einsparpotenzial nicht aus den Augen verloren werden. Unterstützung dazu gibt es u. a. in der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt, die im Breiten Weg 32 über ein Büro verfügt. Sie bietet seit kurzem kostenlos die Energieberatung an. Auch den „Basis-Check“ führen die Berater nun ohne Zuzahlung beim Verbraucher vor Ort durch.

Die Preise für die anderen „Energie-Checks“, bei denen ebenfalls ein Berater nach Hause kommt, wurden vereinheitlicht und kosten 30 Euro, für einkommensschwache Haushalte sind sie frei. Neben den Stromkosten geht es bei der Beratung auch um Heizkosten. Weitere Informationen gibt es unter www.vzsa.de.