Magdeburg l In den kommenden Jahren wird kräftig in den Komplex des Kulturhistorischen Museums und des Museums für Naturkunde an der Otto-von-Guericke-Straße in Magdeburg investiert. Am 18. Juni 2019 hat Staats- und Kulturminister Rainer Robra dem Haus einen Besuch abgestattet und einen Fördermittelbescheid über 1,0256 Millionen Euro vorbeigebracht. Den Bescheid nahmen Magdeburgs Kulturbeigeordneter Matthias Puhle – der das Haus selbst nach der Wende geleitet und hier u. a. die erfolgreichen Ottonen-Ausstellungen auf die Beine gestellt hat – und seine Nachfolgerin Gabriele Köster entgegen.

Schulgeschichte zieht um

Mit dem Geld soll in eine Aufwertung und Wiederherstellung des denkmalgeschützten hiostorischen Museumsbaus investiert werden. So sollen Fassaden rund um die Megedeborch saniert werden. Nutzbar gemacht werden sollen bei dieser Gelegenheit auch neue Räume für die Museumspädagogik.

Zum einen geht es um die schulhistorische Sammlung des Museums. Sie war bereits in den 1980er Jahren entstanden, hatte seit 2007 in der Brandenburger Straße ihren Sitz und war 2015 an den Hauptsitz des Kulturhistorischen Museums gezogen. Mit den neuen Räumen soll das beliebte Ziel für Musuemsbesucher, das gerade auch bei Schulklassen zu den Höhepunkten der Museumsbesuche gehört, weiter aufgewertet werden.

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Natureum holt Natur auf den Hof

Zum anderen geht es um ein sogenanntes Natureum. Dieses wird im zweiten, bislang anders als der Hof mit der Megedeborch für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Innenbereich in dem Gebäudekomplex eingerichtet. Unter einem Natureum ist ein neuer Ausstellungsbereich unter freiem Himmel zu verstehen, der sich der Natur und deren Geschichte in der Region widmet. Nach der Sanierung der Fassaden sollen hier heimische Pflanzen angesiedelt werden und geologische Objekte und Fossilien ihren Platz finden.

Mit den Fördermitteln – rund 250.000 Euro muss die Stadt Magdeburg dazugeben – werden die baulichen Rahmen für die neuen Ideen geschaffen. Dieser Rahmen soll möglichst Ende August 2020 fertig sein, dann sollen schnellstmöglich auch die entsprechenden Angebote zum Laufen kommen.

EU-Regionalfonds gibt das Geld

Das Kulturhistorische Museum profitiert mit der Fördermittelzugabe übrigens von seinem Erfolg in einem landesweiten Wettbewerb. Dieser stand unter dem Titel „Verbesserung der Präsentation und nachhaltigen Nutzung des kulturellen Erbes in Sachsen-Anhalt in der Efre-Förderperiode 2014 bis 2020“. Insgesamt geht es in diesem um rund 33,5 Millionen Euro. Eingereicht wurden 47 Anträge, eine Jury hatte 25 von ihnen ausgewählt.

Bei Efre handelt es sich um den Strukturfonds der EU, mit dem der wirtschaftliche Aufholprozess ärmerer Regionen und Regionen mit Strukturproblemen gefördert werden soll. Bis 2020 übernimmt der Fonds noch 80 Prozent der Kosten entsprechender Vorhaben, danach fließen nur noch bis zu 55 Prozent.