Magdeburg l Gut 20 Jahre lang war das Museumsgebäude an der Otto-von-Guericke-Straße in Magdeburg immer wieder eine Baustelle. Mit den nun beginnenden Arbeiten „sind wir einmal komplett rum um das Haus“, sagt Heinrich Natho, Sprecher des Kulturhistorischen Museums. Am 1906 nach einem Entwurf des Wiener Architekten Friedrich Ohmann fertiggestellten Prestigebau werden Teile der Fassade sowie des Daches saniert.

Konkret geht es zunächst an die Fundamente im Bereich der Danzstraße, die freigelegt und abgedichtet werden, erklärt Natho. Sind diese Arbeiten abgeschlossen, wird dort ein Baugerüst aufgestellt, um die Fassade zwischen den beiden Erkern instand zu setzen. Sie setzt sich farblich deutlich von den bereits sanierten Gebäudeecken ab und soll nun gleichfalls gesäubert werden.

Fenster mit Kupferrand

An der Otto-von-Guericke-Straße wird bereits das Baugerüst aufgebaut. Dies geschieht aber nicht, um die Fassade zu sanieren – dies geschah bereits in der Vergangenheit –, sondern um Zugang zum Dach zu bekommen. Das wurde zwar auch schon neu gemacht. Damals waren aber die Dachfenster mit ihrer Kupferumrandung nicht dabei. Diese sollen nun fachgerecht aufgearbeitet werden, erklärt Heinrich Natho. Was genau gemacht werden muss, müssen sich die Handwerker zunächst einmal anschauen, sobald das Gerüst steht.

Bilder

Die Schachtungsarbeiten werden sich im Verlauf der Baumaßnahme auch in den Bereich des Museumseingangs verlagern. „Dies geschieht aber zwischen unseren beiden Großausstellungen in diesem Jahr“, sagt Heinrich Natho. Noch bis 16. Juni 2019 ist aktuell die Schau „Reformstadt der Moderne. Magdeburg in den Zwanzigern“ zu sehen. Am 1. September soll dann die große Sonderausstellung „Faszination Stadt. Die Urbanisierung Europas im Mittelalter und das Magdeburger Recht“ eröffnet werden.

Museum bleibt während Sanierung geöffnet

In der Zeit dazwischen wird im Eingangsbereich gearbeitet. Allerdings wird das Museum trotz der Einschränkungen die ganze Zeit über geöffnet bleiben, betont Natho. Der Zugang erfolgt dann über eine kleine Brücke über die Baugrube hinweg.

Dank finanzieller Förderung aus dem Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ kann die Fassadensanierung nun beendet werden, erklärt der Museumssprecher. Fast 400.000 Euro kommen von dort, die Stadt Magdeburg muss einen Eigenanteil von circa 100.000 Euro beisteuern.

Innenhöfe müssen saniert werden

Auch wenn von außen dann erst mal alles schick gemacht wurde, gibt es dennoch Restarbeiten. So müssen die Innenhöfe noch saniert werden, was in den kommenden Monaten und Jahren passieren soll, blickt Heinrich Natho voraus.

Seit Ende der 1990er Jahre wurden bereits über 20 Millionen Euro in das Museumsgebäude investiert. 2001 war der Westflügel samt Kaiser-Otto-Saal fertiggestellt worden. Ab 2004 folgten weitere Ausstellungsbereiche, Arbeiten an den Treppen und beim Brandschutz. Im Jahr 2012 wurde der Südflügel als moderner Anbau für 4 Millionen Euro eröffnet und 2014 wurde die Fassade an der Heydeckstraße saniert.