Magdeburg l Es soll ein weiterer „großer Wurf“ in Sachen Erhaltung von einem der wertvollsten Baudenkmale der Stadt Magdeburg werden. Seit 2005 gibt es für das Kloster einen Sanierungs-Masterplan, von dem bereits einiges umgesetzt ist - etwa die Restaurierung der Krypta der Kirche. Geplant sind jetzt zwei Bauprojekte, die gleichzeitig umgesetzt werden sollen.

Die Konzerthalle: Dort soll das gotische Gewölbe im Ostchor (über der Orgel) wieder hergestellt werden. Es war im Zweiten Weltkrieg zerstört und durch eine Balkenkonstruktion ersetzt worden. Die Fenster im Kirchenschiff und die Türen sollen nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten erneuert werden. Die Konzerthalle soll einen neuen Fußbodenbelag mit neuer Fußbodenheizung bekommen, und die elektronischen sowie die sicherheitstechnischen Anlagen sollen auf einen modernen Standard gebracht werden.

Mittelalterliche Architektur beleuchten

Weiterhin ist eine Sanierung aller Wand- und Deckenflächen geplant, und man will die mittelalterliche Architektur mit Hilfe eines Beleuchtungskonzeptes besser zur Geltung kommen lassen. Die Kosten für dieses Projekt wurden mit rund 4,1 Millionen Euro veranschlagt. Rund 3 Millionen Euro davon kommen aus dem Efre-Förderprogramm „Kulturerbe“, 1,1 Millionen Euro muss die Stadt Magdeburg als Eigenanteil aufbringen. Um das Gewölbe neu bauen zu können, muss die Orgel der Konzerthalle komplett abgebaut, sicher eingelagert und später wieder aufgebaut werden.

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Der Nordflügel: Er soll nicht nur ein neues Dach bekommen, geplant ist auch, das Dach so zu gestalten, dass darunter ein zusätzlicher Ausstellungsraum entstehen kann. Eine spezielle Dachkonstruktion soll dies möglich machen. Der Ostgiebel soll neue Fenster bekommen, eine Fußbodenheizung, spezielle Beleuchtungen, moderne Elektronik und eine spezielle Lüftungsanlage sind vorgesehen.

Geld aus Efre-Förderprogramm

Insgesamt wurden Baukosten von 4,4 Millionen Euro ausgerechnet. 3,52 Millionen Euro kommen hier ebenfalls aus dem Efre-Förderprogramm Kulturerbe, der Eigenanteil der Stadt beträgt 880.000 Euro.

Um in den Genuss der Fördermittel zu kommen, hatte sich die Stadt Magdeburg mit beiden Kloster-Projekten bereits 2017 an einem Ausschreibungswettbewerb der Landesregierung beteiligt und sei erfolgreich gewesen, berichtete Heinz Ulrich, Leiter des in dieser Sache federführenden Eigenbetriebs Kommunales Gebäudemanagement der Stadt, in einer Stadtratsvorlage, die am 5. März 2019 in der wöchentlichen Dienstberatung des Oberbürgermeisters auf den parlamentarischen Weg gebracht wurde.

Baubeginn für März 2021 geplant

Die zuständige Investitionsbank Sachsen-Anhalt habe mitgeteilt, dass das Geld für Magdeburg zur Verfügung stehe. Und damit beginnt für den Eigenbetrieb von Heinz Ulrich die eigentliche Arbeit. Förderanträge müssen gestellt, die konkreten Baupläne erarbeitet werden, Stadtratsvorlagen sind zu erstellen, und bei positivem Votum müssen die Arbeiten öffentlich ausgeschrieben werden. Das dauert seine Zeit. Aus diesem Grund ist der Baubeginn für März 2021 geplant und die Arbeiten sollen für beide Maßnahmen jeweils zwei Jahre dauern.

Die Konzerthalle wird während der Bauarbeiten komplett geschlossen. Anders beim Nordflügel. Dort soll der Betrieb des Kunstmuseums in der Zeit der Bauarbeiten weitergehen. Das soll unter anderem durch ein Behelfsdach über der Baustelle möglich werden.