Magdeburg l Das Kloster Unser Lieben Frauen mit dem Kunstmuseum Magdeburg ist eine Dauerbaustelle. Jüngstes Projekt ist die Sanierung der Außenmauern des Kreuzgangs. Dazu wird der Innenhof für den Sommer 2019 voraussichtlich bis Oktober gesperrt.

Gerüste wurden dieser Tage aufgebaut, Absprachen zwischen Museumsleitung und Baufirmen sind im Gange, die Vorbereitungen laufen. Unter anderem musste geklärt werden, ob ein alter Wildrosenstrauch im Wege steht oder ob er bleiben kann. Nach jetzigem Stand sieht es so aus, dass er bleiben kann. Wer noch einmal einen Blick durch die Fenster des Kreuzgangs auf den unverhüllten Hof werfen möchte, hat dazu bis zum 12. Mai 2019 Gelegenheit.

Wissenschaftliche Tagung

An jenem Wochenende nutzen auch die Fachleute bei der wissenschaftlichen Tagung „Kloster Unser Lieben Frauen – die Architektur des 11. bis 13. Jahrhunderts“ noch einmal die Gelegenheit, einen Blick auf den jetzigen Zustand des Gemäuers zu werfen. Die Tagung findet am 10. und 11. Mai statt und steht allen Interessierten offen. Informationen dazu gibt es per E-Mail unter tagungsbuero@kunstmuseum-magdeburg.de.

„Danach wird es ernst“, sagt Museumsleiterin Annegret Laabs. In die Jahre gekommenes Material wird aus den Fugen der Steine herausgeholt und durch neues Material nach historischem Rezept aus Kalk und Mörtel ersetzt. Dabei werden die zum Teil in den Jahren vom Schmutz schwarz gewordenen Steine sandgestrahlt. „Das bedeutet natürlich auch, dass wir die Mauern verhüllen werden, damit kein Material unnötig nach außen dringt“, erläutert die Museums­chefin die bevorstehende Verhüllung der Gebäude im Innenhof.

Investition von 500.000 Euro

Investiert werden mehr als 500.000 Euro – Gelder, die dank des Förderprogramms Städtebaulicher Denkmalschutz zur Verfügung stehen. „Aus dem Budget des Museums könnten wir so etwas nicht leisten“, sagt Annegret Laabs. Unter anderem sind Gelder aus diesem Topf auch bei der Restaurierung der Außenmauer der Klosterkirche zum Einsatz gekommen. Für weitere Vorhaben sprudeln andere Fördermittelquellen.

Dass eine Sanierung der Mauern jetzt erforderlich ist, ist an den Mauern zu erkennen: An einigen Stellen haben in den vergangenen Jahren zwar erkennbar Reparaturen stattgefunden. Doch an anderen ist loses Material zu erkennen, an einigen Stellen platzt Stein aus der Fassade. „Wenn es so weit ist, ist es fast schon zu spät. Dann muss dringend gehandelt werden“, erläutert die Museumschefin.

Kreuzgang aus dem Mittelalter

Bei den Arbeiten könnten auch offene Fragen geklärt werden. Denn während der eigentliche Kreuzgang tatsächlich auf das Mittelalter zurückgeht, stammt die Etage darüber aus dem 19. Jahrhundert. Möglicherweise lässt sich während der Restaurierungsarbeiten feststellen, wo genau die Grenze zwischen dem mittelalterlichen Mauerwerk und der neuzeitlichen Ergänzung liegt.

Und wie wird der Innenhof nach der Sanierung aussehen? „Außer, dass die Wände sauber sind, soll das Bild nicht verändert werden. Das ist ja das grundsätzliche Ziel im Denkmalschutz“, berichtet Annegret Laabs. Für die Zukunft wird dann auch wieder eine Nutzung des Innenhofs für sommerliche Konzerte und Theateraufführungen denkbar sein.

Weitere Sanierungsarbeiten geplant

„Schon in den vergangenen Jahren war diese Nutzung aufgrund von Bauarbeiten ja nicht mehr möglich. Aber ich hoffe, dass wir schnellstmöglich wieder an diese Tradition anknüpfen können“, sagt Annegret Laabs. Offen ist derweil allerdings, inwiefern noch folgende Sanierungsvorhaben darauf einen Einfluss haben.

Während der Bauarbeiten ist der Innenhof des Klosters Unser Lieben Frauen für den Besucherverkehr gesperrt. Alle anderen Bereiche des Museums werden aber von der Restaurierung auf dem Hof nicht beeinträchtigt: die Dauerausstellung in den Tonnengewölben hat geöffnet, die Klosterkirche ist über den Kreuzgang zu erreichen, Museumsshop und Klostercafé sind geöffnet, und am 19. Mai gibt es um 15 Uhr die Vernissage zur neuen Sonderausstellung „Weil ich geboren wurde“ mit Bildern von Martin Assig.

Einen Informationsabend mit Annegret Laabs gibt es am 8. Mai um 19 Uhr im Kloster Unser Lieben Frauen in der Regierungsstraße 4 bis 6 unter dem Titel „Bauen. Bauen. Bauen. Wird sich unser Kloster in den kommenden Jahren verändern?“