Magdeburg l „Salbke soll schöner werden!“ So oder so ähnlich könnte es in den Ämtern der Magdeburger Stadtverwaltung heißen, wenn man die aktuellen Entwicklungen betrachtet, die derzeit angestrebt werden. Bei einer Bürgerinformationsveranstaltung haben Vertreter des Stadtplanungsamtes über bevorstehende Schritte seitens der Stadt Magdeburg informiert. Rund 35 Anwohner kamen in das Gröninger Bad.

Hauptziel der Stadtverwaltung von Magdeburg ist es, den Stadtteil Salbke aufzuwerten. Dies soll durch die Erweiterung des bestehenden Sanierungsgebietes passieren. In einem sogenannten Voruntersuchungsgebiet hat die Arbeitsgruppe „Erhaltung von stark sanierungsbedürftigen Wohnimmobilien“ zahlreiche unsanierte und Altbauten erfasst. Dieses Gebiet erstreckt sich südlich des bestehenden Sanierungsgebietes.

Salbke bereits Sanierungsgebiet

Bereits seit Jahren ist das Zentrum von Salbke als Sanierungsgebiet ausgeschrieben. Positive Beispiele dafür sind zum Beispiel die Sanierung des Gröninger Bade und des Wasserturmparks. Aber auch die Stadtverwaltung ließ sich nicht lumpen und sanierte die Schule sowie die Kirche.

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Einzig die Grundstückseigentümer des jetzigen Voruntersuchungsgebietes blieben auf der Strecke. Die finanziellen Anreize für eine Sanierung von Schrottimmobilien fehlten einfach. Insgesamt 14 solcher optischer Missstände im Stadtbild zählten die Vertreter der Arbeitsgruppe bei Ortsbegehungen. Weitere Gebäude seien teilsaniert oder vom Leerstand betroffen.

Trotz Förderung wird nicht saniert

Besonders das Haus Oschersleber Straße 9, welches an das Fahlberg-List-Gelände grenzt, überzeugt dabei mit seiner optischen Verfallenheit. Aber auch im bereits bestehenden Sanierungsgebiet gibt es eine Adresse, die jedem Anwohner sofort ins Auge springt. Gemeint ist der Gebäudekomplex Alt Salbke 74 und 75. Hier tut sich, trotz vorhandener Fördermöglichkeiten, seit Jahren nichts. Doch wie könnte eine solche Förderung für die Grundstückseigentümer eigentlich aussehen?

Wie die Stadtplaner mitteilten, bestünde die Möglichkeit der Teilnahme an städtebaulichen Förderprogrammen. Davon gibt es insgesamt vier in Magdeburg. Zwei davon würden in Salbke greifen.

Zuzug durch Aufwertung

Dies sei zum einen das Programm „Soziale Stadt“ und zum anderen „Stadtumbau“. Mit diesen seien zum Beispiel der Wasserturmpark und das Gröninger Bad erfolgreich modernisiert worden. Auch steuerliche Erleichterungen seien dann für die investierenden Grundstückseigentümer möglich. Ziel der Stadtverwaltung ist es, den Wegzug der Bevölkerung aus Salbke zu stoppen und die Bevölkerungszahl konstant zu halten beziehungsweise sogar Zuzüge zu ermöglichen.

4337 Einwohner zählte die Stadtverwaltung Magdeburg am 31. Dezember 2017 in Salbke. Zehn Jahre zuvor waren es noch 3942 Menschen. Daraus kann man durchaus schlussfolgern, dass die Ausweisung von Salbke als Sanierungsgebiet einen positiven Einfluss auf die Einwohnerzahl hat. Immerhin liegt das Gebiet nicht gerade ungünstig. Die elbnahe Lage und die gute Anbindung an das Straßenbahnnetz der Magdeburger Verkehrsbetriebe sind nur zwei Gründe dafür.

Interessiert zeigten sich die Anwohner in jedem Fall. Abzuwarten bleibt, wie viele die Möglichkeit der Förderung nutzen wollen. Außerdem entscheidet der Stadtrat erst am 21. März 2019 darüber, ob das derzeitige Sanierungsgebiet tatsächlich in Richtung Süden erweitert werden soll.