Budenberg-Ruhestätte

Säulen kehren ins Magdeburger Mausoleum zurück

Der Industrielle Christian Friedrich Budenberg hatte einst für sich und seine Frau in Magdeburg eine Ruhestätte bauen lassen. Die wurde nun mit Säulen ausgestattet.

Von Marco Papritz
Ein letztes Handanlegen und dann ist die Büste auf einer der beiden neuen Säulen in Position gebracht.
Ein letztes Handanlegen und dann ist die Büste auf einer der beiden neuen Säulen in Position gebracht. Foto: Marco Papritz

Magdeburg - „Nun sieht es wieder prächtig aus. Ganz so, wie es sein soll“, freut sich Reinhard Schenkewitz. Als Vorsitzender vom „Kuratorium Industriekultur in der Region Magdeburg“, das den Auftrag zur Anfertigung der etwa 1,10 Meter hohen Säulen gegeben hatte, hat er den Aufbau im Kuppelbau an der Budenbergstraße mit begleitet. „Die Nachricht, dass die Büsten wieder in würdiger Weise präsentiert werden können, wird die Familie freuen“, so Schenkewitz, der Kontakt zu den Nachkommen von Christian Friedrich Budenberg hält und sie in Sachen Säulenersatz auf dem Laufenden hielt.

Rekonstruktion mit Hilfe von Fotos

Offen ist, was mit den Originalen geschehen ist. Es existieren noch Aufnahmen aus dem Jahr 1994, auf denen die Säulen zu sehen sind, wie Frank Schuster von der Paul Schuster GmbH verweist, welche die Nachbildung übernommen hat. Als vor Jahren mit der Sanierung der letzten Ruhestätte des Industriellen begonnen wurde, fiel das Fehlen auf. „Mit Unterlagen und Fotos vom Landesamtes für Denkmalpflege konnten wir die Säulen rekonstruieren“, so Schuster. Als Material für die beiden Sockel wurde Carrara-Marmor, ein sogenannter Metamorphit (Umwandlungsgestein), verwendet. Investitionsvolumen: Rund 5600 Euro.

Das Mausoleum ist eine Besonderheit in Magdeburg. Der bau mit seiner Kuppel ist im Stile der Neorenaissance entstanden, ein Glasdach lässt Licht auf die Büsten von Christian Friedrich Budenberg (1815-1883) und seine Frau Caroline fallen, denen Besucher beim Betreten des sakralen Raums direkt ins Gesicht schauen. In die eigentliche Grabkammer führt eine Treppe hinter einer Statue einer Trauernden. Budenberg war Mitbegründer des Unternehmens Schäffer und Budenberg, das einst von Magdeburg aus mit der Herstellung von Manometern und Armaturen den Weltmarkt eroberte. Beispielsweise wurden Niederlassungen in Städten wie Manchester, Sankt Petersburg, Stockholm und New York eröffnet. Später ging das Unternehmen zu DDR-Zeiten in den Magdeburger Armaturenwerken auf, dem MAW.

Der Industrielle fand seine letzte Ruhe im Garten des Altenheims an der nach ihm benannten Straße in Buckau. Die Einrichtung hatte Budenberg für Mitarbeiter seines Unternehmens gestiftet, wie es heißt. Heute gehört es zum städtischen Unternehmen Wohnen und Pflegen Magdeburg – kurz Wup.

Mausoleum ist ein bedeutsames Zeugnis

Das Mausoleum befindet sich nahezu in unverändertem Zustand. Nachfahren, die sich 2015 in Buckau zu einem Familientreffen einfanden, setzten sich für die Sanierung der in die Jahre gekommenen Ruhestätte ein – der Ersatz der beiden Säulen ist ein Kapitel davon, wenn man so will. Laut der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ist der Bau „ein bedeutsames Zeugnis der Magdeburger Industriegeschichte und großbürgerlichen Bestattungskultur der wilhelminischen Gründerzeit“, wie es vor einiger Zeit hieß.

„Als Betreiber der Einrichtung fühlen wir uns dem Ort verpflichtet und verbunden“, sagt Martin Danicke, Geschäftsführer von Wohnen und Pflegen Magdeburg. Das städtische Unternehmen betreibt das Pflegeheim „Haus Budenberg“, auf dessen Grundstück sich das Mausoleum befindet. Derzeit steht das denkmalgeschützte Haus allerdings leer. Für einen wirtschaftlichen Betrieb ist die Kapazität mit nicht einmal 50 Pflegeplätzen (teilweise in Doppelzimmern) zu klein.

Mitarbeiter hieven eine der Säulen, die aus  Carrara-Marmor besteht, in das Mausoleum an der Budenbergstraße.
Mitarbeiter hieven eine der Säulen, die aus Carrara-Marmor besteht, in das Mausoleum an der Budenbergstraße.
Foto: Marco Papritz