Magdeburg (vs) l Im Magdeburger Volkspark Westerhüsen werden noch im Januar 2020 laut Stadt aus Sicherheitsgründen voraussichtlich rund 150 Kiefern gefällt. Bei den Bäumen bestehe akute Umsturzgefahr, weil die Wurzeln massive Fraßschäden aufweisen. „Größtenteils sind deshalb die Haltewurzeln nicht mehr vorhanden“, hieß es gestern seitens der Verwaltung. Damit sei keine feste Verwurzelung mehr möglich.

Eine erste Recherche hatte ergeben, dass es sich wahrscheinlich um einen Befall mit der Kiefernprachtkäferlarve handelt. Der Kiefernprachtkäfer befällt in der Regel keine gesunden Bäume, sondern nur solche, die durch lang anhaltende Trockenperioden geschwächt wurden. Bereits in dieser Woche wurden deshalb 47 Kiefern kurzfristig gefällt.

Über 100 Kiefern seit Dezember 2019 gefällt

Derzeit erfolgen Sonderkontrollen des Kiefernbestandes im unmittelbaren Bereich der Wege des Volksparks. Seit Dezember 2019 wurden bereits mehr als 100 befallene Kiefern festgestellt. Der Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg (SFM) geht davon aus, dass von dem Schädlingsbefall insgesamt rund 200 Kiefern betroffen sind.

Im Zuge dieser Sonderkontrolle fiel auf, dass ein erheblicher Teil der in Wegenähe stehenden Bergahorne das typische Schadbild der Rußrindenkrankheit aufweist und zudem bereits abgestorben oder stark abgängig ist. Die Rußrindenkrankheit wird durch einen Pilz verursacht, der durch trockene, heiße Sommer „gestresste“ Ahornbäume befällt und zum Absterben bringt. Im letzten Stadium der Infektion ist für den Menschen besondere Vorsicht geboten, da sich die Pilzsporen ausbreiten und beim Einatmen schwere Atemwegsprobleme verursachen können.

Ein erster Überblick ergab, dass rund 60 Prozent aller Bergahorne im unmittelbaren Wegebereich befallen sind. Deshalb wurde bereits eine Fachfirma mit den Baumfällarbeiten beauftragt, welche die Fällungen ausführt, sobald die Sonderkontrollen beendet sind und der genaue Umfang festgestellt wurde.