Magdeburg l Die Kanzlerin mit Hände-Raute und Ausspruch „Wir schaffen das! Merkelt euch das endlich!“, das „US TRUMPeltier“ mit wallender blonder Mähne im Porzellanladen oder ein Grieche mit Euro-Rettungsschirm über stürmischer See und lauernden Haien – mit spitzem Stift hat der 1937 in Magdeburg geborene Karikaturist und Pressezeichner Achim Jordan über Jahrzehnte die politische und gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland und der Welt begleitet.

Einen kleinen Teil seiner Arbeiten wollte der Karikaturist dem Kulturhistroischen Museum schenken. Gabriele Köster, Direktorin der Magdeburger Museen, und Karin Kanter, die die grafischen Sammlungen des Museums leitet, besuchten im Frühsommer 2019 den Künstler, um über dessen Ansinnen zu sprechen. „Er hat gesagt, es werde nun Zeit, dass Magdeburg etwas von ihm bekommt“, erinnert sich Karin Kanter noch sehr gut an den Besuch. Im August verstarb Jordan mit 81 Jahren.

Schenkung ist rund 10.000 Euro wert

Das Geschenk, das er seiner Geburtstadt machen möchte, umfasst 197 Zeichnungen und Plakatentwürfe. Dabei handelt es sich um 163 Arbeiten aus den Jahren 2016 bis 2018 sowie 25 Originale und 8 Kopien aus der Zeit der 1990er Jahre. Nicht alle Karikaturen wurden veröffentlicht. Ein Teil wurde 2018 in der Staatlichen Berufsbildenden Schule Gesundheit, Soziales und Sozialpädagogik in Gera ausgestellt.

Bilder

Eine Auswahl dieser Arbeiten ist Teil der dem Museum angetragenen Schenkung und von besonderem zeithistorischen Interesse, heißt es vom Museum. Sie hat einen Wert von etwa 10.000 Euro. Der Stadtrat Magdeburg muss der Annahme zustimmen. Ein Teil der Schenkung soll 2020 im Alten Rathaus der Öffentlichkeit präsentiert werden. Inwieweit Karikaturen Teil einer Ausstellung im Museum sein können, müsse noch geprüft werden.