Magdeburg l Für alle Geburtstagskinder bot dieser 31. Oktober 2018 das perfekte Herbstwetter. Der „alten Dame“ Schiffshebewerk erging es nicht anders. Hunderte Neugierige pilgerten am Reformationstag zum technischen Denkmal am nördlichen Stadtrand, um zu gratulieren: 80 Jahre alt ist das Hebewerk am Dienstag geworden – ebenso die Schleuse Niegripp. An beiden Orten gab es deshalb am Tag darauf eine Einladung zum Tag der offenen Tür.

Unter den Besuchern waren auch Dagmar Wolff und Gundula Dreimann, die mit ihren Männern die rund elf Kilometer von Zielitz nach Rothensee geradelt waren. „Wir sind öfter mit den Fahrrädern und unseren Enkeln hier in der Ecke. Es ist einfach sehenswert“, bemerken die beiden Frauen. 80 Jahre Schiffshebewerk – diesen Anlass könne man sich nicht entgehen lassen.

Für kleine Schiffe in Betrieb

Dass das Hebewerk seit einigen Jahren wieder für kleinere Schiffe der Freizeit- und Tourismussparte saisonal in Betrieb ist, finden Dagmar Wolff und Gundula Dreimann klasse. „Es ist ein tolles Bauwerk und es ist schön, dass es erhalten geblieben ist“, sagen sie.

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Ganz viele Fragen zur Geschichte und Funktionsweise des Schiffsfahrstuhls beantworteten gestern ehrenamtliche Helfer der Urania bei Infoführungen vor Ort. Peter Kersten ist einer von ihnen. Kersten war viele Jahre als Dipl.-Ingenieur im Magdeburger Maschinenbau tätig und kennt auch das Rothenseer Hebewerk wie seine Westentasche. „Das hier ist ein geniales Bauwerk“, betont der 84-Jährige und erklärt den neugierigen Zuhörern viele spannende Details zu dem technischen Denkmal.

Vom Rhein bis zur Elbe

Das war am 30. Oktober 1938 zeitgleich mit der Niegripper Schleuse feierlich eröffnet worden. Mit der Fertigstellung des Mittellandkanals und der Freigabe der Ingenieurbauwerke konnten die Binnenschiffer damit erstmals durchgehend vom Rhein bis zur Elbe und weiter nach Osten fahren.

Sieben Jahre nach Stilllegung durch den Bund und zähem Ringen war das Rothenseer Hebewerk am 24. August 2013 wieder in Betrieb gegangen. Allerdings nur noch für Tourismus- und Freizeitzwecke.

Die gewerblichen Frachtschiffe nutzen schon seit 2001 die benachbarte Schleuse Rothensee.