Magdeburg l In den vergangenen Jahren hat es immer wieder Klagen gegen die Magdeburger Stadtverwaltung gegeben, da Wünsche von Familien beim Wechsel ihrer Kinder an die weiterführenden Schulen nicht berücksichtigt wurden. Auch 2019 ist das der Fall.

Wie Kerstin Richter, Leiterin des Fachbereichs Schule, während der Junisitzung des Schulausschusses berichtete, sind derzeit zehn Klagen anhängig. Vier von ihnen dürften nach Einschätzung der Stadtverwaltung nicht weiterverfolgt werden, da die Kinder als Nachrücker doch noch an die gewünschten Schulen gekommen sind oder durch eine Entscheidung einer Kommission, die Ende Mai getagt hat, an ihre Wunschschule gelangt sind. Allerdings, so Kerstin Richter, könnten noch weitere Verfahren folgen.

Mehr Interessenten als Plätze

Insgesamt hatte es für fünf Magdeburger Schulen mehr Interessenten für Plätze in fünften Klassen gegeben, als dort vorhanden sind. Betroffen waren zum einen das Hegelgymnasium mit 219 Bewerbern auf 140 Plätze, die Gemeinschaftsschule „August Wilhelm Francke“ mit 101 Bewerbern auf 75 Plätze und die Gemeinschaftsschule „Thomas Mann“ mit 83 Bewerbern auf 56 Plätze.

Besonders eklatant war die Differenz der Bewerberzahlen für die beiden Integrierten Gesamtschulen. Für die IGS „Regine Hildebrandt“ gab es 249 Bewerber auf 196 Plätze, für die IGS „Willy Brandt“ 227 Bewerber auf 112 Plätze. Laut Stadtverwaltung hätten zu den beiden IGS viele Familien auf andere Schulen umgeleitet werden können oder seien im Nachrückverfahren berücksichtigt worden, da andere Schüler sich doch für eine andere Schule – zum Beispiel im Bereich der freien Träger – entschieden haben.

Verweis auf Schul-Neubauten

Für die Zukunft hofft der Beigeordnete Matthias Puhle auf Bauvorhaben der Stadt: Dank der neuen Grundschule an der Wilhelm-Kobelt-Straße werde die IGS „Willy Brandt“ mehr Platz bekommen. Und mit dem Umzug der Gemeinschaftsschule „Gottfried Wilhelm Leibniz“ in die Pablo-Neruda-Straße müsse die IGS „Regine Hildebrandt“ nicht mehr als Stadtteilschule fungieren. Grund: Im Stadtteil Neustädter See und auch im Kannenstieg gibt es bislang keine eigenen Gemeinschaftsschulen.

Weiterführende Schulen in Magdeburg

Grafik: ProMedia Barleben GmbH/ Kartenmaterial: OpenStreetMap-Mitwirkende/ Animation: Anja Guse

Dem allerdings kann Tim Liebe, Vorsitzender des Stadtelternrats, nichts abgewinnen. Er sagt: „In den Verfahren geht es meist um das Thema IGS. Diese ist eine eigenständige Schulform. Falls also Familien nur diese Schulform gewählt haben, können sie laut Landesgesetz nicht an eine Gemeinschaftsschule oder ein Gymnasium verwiesen werden.“ Die Urteile würden in diesem Jahr damit wegweisend sein – und einmal mehr stelle sich die Frage, warum in Magdeburg keine dritte IGS etabliert wird, so Tim Liebe.