Magdeburg l Zu den wichtigen Passagen durchs Magdeburger Stadtzentrum zählt der Nordabschnitt des Breiten Wegs. Gekennzeichnet ist der Bereich auf der Westseite u. a. mit Woolworth zwischen Universitätsplatz und Julius-Bremer-Straße als Fußgängerzone. In den restlichen Bereichen ist die Strecke auch für Radfahrer per Beschilderung freigegeben.

Dass es sich demzufolge beim roten Streifen auf der Seite von Altem Markt und Katharinenturm verkehrsrechtlich um keinen Fahrradweg handelt – darauf weisen seit kurzem neben den Schildern an den Eingängen zur Fußgängerzone auch auf den Boden gesprühte Piktogramme hin. Damit sollen die Radfahrer darauf aufmerksam gemacht werden, dass hier die Fußgänger Vorrang haben.

Radfahrer klingeln Fußgänger weg

Bislang scheint das nicht allen Zweiradfahrern in diesem Bereich bewusst zu sein: Mit Rücksichtslosigkeit werden immer einmal wieder von Radfahrern jeden Alters Fußgänger weggeklingelt oder beschimpft.

Für Diskussionen dürfte anlässlich der Markierung, die nur an die eigentlich hier geltenden Regeln erinnern soll, dennoch einmal der Sinn der hier geltenden Verkehrsführung sorgen.

Feuerwehrzufahrt statt Radweg

Heute zieht sich die Stadtverwaltung auf die Aussage zurück, dass der rote Streifen eine Feuerwehrzufahrt markiert und keinen Radweg. Der Platz reiche auf dem Breiten Weg für einen eigenen Fahrradweg nicht aus, heißt es in diesem Zusammenhang.

Dieses Argument hatte in der Vergangenheit immer wieder für Kritik gesorgt. Denn dass in einer der breitesten Straßen Magdeburgs mit 30 bis 40 Metern Breite, in der es nicht einmal Autoverkehr gibt, keine drei Meter Platz für einen Radweg sein sollen, leuchtet nicht ein. So lautete ein Vorschlag zu einer neuen Verkehrsführung im Nordabschnitt, den roten Streifen auch baulich so zu gestalten, dass er von Fußgängern als Strecke für die Radfahrer wahrgenommen wird.

Ähnliche Piktogramme gibt es auch zwischen Hauptbahnhof und Adelheidring. Auch hier sollen die Markierungen Radfahrer darauf hinweisen, dass sie nur Gast auf dem Fußweg sind. Allerdings werden die Zeichen oft ignoriert beziehungsweise sind sie nur schwer erkennbar oder sorgen für Verwirrung.