Naturschutzgebiet

Sorge um erhöhte Waldbrandgefahr in der Magdeburger Kreuzhorst

Die Kreuzhorst im Osten von Magdeburg ist in keinem guten Zustand. Diesen Eindruck vermittelt der Revierförster. Anwohner befürchten deshalb ein erhöhtes Brandrisiko im Wald.

Von Konstantin Kraft
Der Eingang  zur Kreuzhorst in Pechau. Das Naturschutzgebiet befinde sich in einem katastrophalen Zustand, meint der Revierförster Jens Dedow. „Wir müssen aktiv handeln“, sagt er.
Der Eingang zur Kreuzhorst in Pechau. Das Naturschutzgebiet befinde sich in einem katastrophalen Zustand, meint der Revierförster Jens Dedow. „Wir müssen aktiv handeln“, sagt er. Foto: Konstantin Kraft

Magdeburg - Günther Kräuter, Ortsbürgermeister von Randau-Calenberge, hat große Sorge um den Wald vor seiner Haustür. Die Kreuzhorst sei in einem desolaten Zustand, sagt er und teilt damit die Einschätzung des zuständigen Revierförsters. Es müsste dort dringend einmal wieder aufgeräumt und ordentlich durchforstet werden. Ihn stört der dichte Bewuchs im Unterholz, der völlig ungezähmt vor sich hin sprießen kann. Kräuter sieht darin eine akute Gefahr: „Da braucht nur ein Funke zu fliegen, und die Kreuzhorst geht in Flammen auf.“

Holzstapel am Waldbrand fängt Feuer

Tatsächlich mussten die örtlichen Feuerwehren erst im Mai zu einem Einsatz auf ein privates Grundstück in einem Waldstück bei Randau ausrücken. Ein Minibagger hatte sich entzündet. Durch den Einsatz eines Feuerlöschers sowie das rasche Heraneilen der Wehren aus Randau, Calenberge und Pechau konnte Schlimmeres verhindert werden.

Nicht weit von der letzten Einsatzstelle entfernt liegen derweil noch die Relikte eines anderen Brandeinsatzes, den die Feuerwehrleute im vergangenen August bewältigen mussten. Direkt am Waldrand auf dem Weg zum Deich hatte ein großer Holzstapel Feuer gefangen. Um ein Übergreifen auf die Kreuzhorst zu verhindern, war damals ein kräftezehrender Großeinsatz nötig. Wegen der schwierigen Löschwasserversorgung wurden dazu Tanklöschfahrzeuge aus vielen Magdeburger Wehren, von Rothensee bis Ottersleben, alarmiert. Gemeinsam konnte letztlich eine Katastrophe verhindert werden.

Bei der Freiwilligen Feuerwehr Randau hat man sich unlängst schon auf eine mögliche Waldbrand-Saison vorbereitet. Am geländefähigen Einsatzfahrzeug ist beim jüngsten Dienstabend eine Tragkraftspritze nachgerüstet worden, berichtet Wehrleiter Peter Hagemann. Mit dieser Pumpe kann Löschwasser aus der Elbe oder anderen Gewässern gezogen werden. Die Randauer Feuerwehrleute sind bei einem Waldbrand meist die Ersten vor Ort. Die Berufsfeuerwehr braucht bis zu 25 Minuten, um in den südöstlichen Zipfel der Landeshauptstadt zu kommen.

Löschwasser-Brunnen am Sportplatz gefordert

Hagemann, der bis zu seinem Ruhestand viele Jahre selbst in der Forst gearbeitet hat, kann die Sorge um ein erhöhtes Brandrisiko für die Waldflächen bei Randau zumindest teilweise bestätigen. Im Kiefernbestand, der selbst jedoch nicht Teil des Naturschutzgebietes Kreuzhorst ist, sieht er eine „erhöhte Brandlast“. Wege und Schneisen durch den Wald seien im Ernstfall aber vorhanden. Ein unberechenbarer Faktor bleibt indes der Wind. „Da läuft man dem Feuer hinterher.“

Um die Versorgung mit Löschwasser am Waldrand sicherzustellen, drängt die Feuerwehr Randau schon länger auf den Bau eines neuen Tiefbrunnens am Sportplatz im Ort. „Der Hydrant am Steinzeitdorf reicht bei weitem nicht aus“, sagt Hagemann. Die Feuerwehr stünde dazu gerade im Austausch mit dem zuständigen Amt. Allzu bald wird sich dieses Vorhaben aber wohl nicht realisieren lassen.

Mit Blick auf das Naturschutzgebiet Kreuzhorst kann der Wehrleiter zugleich Entwarnung geben. „Das ist ein Laubwald, da ist die Brandgefahr lange nicht so hoch wie im Kiefernwald.“ Der Leiter des Forstreviers Elbaue Jens Dedow kommt zu derselben Einschätzung. Für die Kreuzhorst sieht er andere, dringliche Gefahren. Viele Bäume seien krank, der Wald akut gefährdet. Dedow appelliert zu einem aktiven Naturschutz, mahnt eine dringliche Sanierung der Kreuzhorst an. Bisher stößt er damit auf Ablehnung bei den Behörden. Der Schutzstatus wiegt schwerer. Stattdessen würden andernorts neue Waldflächen angelegt. „Die Natur braucht uns nicht, wir brauchen die Natur.“

Am Waldrand bei Randau geriet im August 2020 ein Holzstapel in Flammen. Nur durch einen Großeinsatz der Feuerwehren aus ganz Magdeburg konnte ein Übergreifen auf die Kreuzhorst verhindert werden.
Am Waldrand bei Randau geriet im August 2020 ein Holzstapel in Flammen. Nur durch einen Großeinsatz der Feuerwehren aus ganz Magdeburg konnte ein Übergreifen auf die Kreuzhorst verhindert werden.
Foto: Konstantin Kraft