Magdeburg l Die Spendenaktion „Mein Baum für Magdeburg“ ist beliebt wie nie in ihrer fast zweieinhalb Jahrzehnte währenden Geschichte. 1995 von Alt-OB Willi Polte ins Leben gerufen, wurden bis heute knapp 1500 Bäume gespendet – von Firmen, Vereinen, Privatpersonen. Allein 61.300 Euro – eine Rekordsumme – kamen 2018 in die Spendenkasse und damit rund 250 neue Bäume in die Stadt.

Allerdings, eben wegen der großen Spendenbereitschaft ist die Aktion ins Stocken geraten. Der Stadtgartenbetrieb bewältigt die Pflanzung und die vor allem in den ersten Monaten und Jahren nach Pflanzung aufwendige Pflege der jungen Bäume nicht mehr, so dass Spender sich auf Wartelisten gedulden müssen. Damit das nicht so bleibt, machen verschiedene Ratsfraktionen Vorschläge zur Abhilfe.

Personal ganzjährig einsetzen

SPD, Linke und Links für Magdeburg/ Tierschutz legen Anträge zur Ratssitzung am 11. April 2019 vor. Für eine Forderung der SPD – sie stammt bereits vom November 2018, kommt aber erst jetzt zur Abstimmung – hat Oberbürgermeister Lutz Trümper bereits vorauseilend Erfüllung gelobt. Der Gartenbetrieb bekommt mehr Personal bzw. das Personal darf ganzjährig bleiben.

Seit 2003 und aus Spargründen muss der Gartenbetrieb Jahr für Jahr einen Teil seiner Belegschaft von November bis März in die Arbeitslosigkeit schicken; Saisonarbeitsplätze. Abgesehen davon, dass dies sozial problematisch sei, herrsche Personalnot, diagnostiziert die SPD und fordert: Die Saisonkräfte sollen bleiben. Acht neue Leute, so Betriebsleiterin Simone Andruscheck, seien nötig, um Baumspenden und Pflege zu bewältigen. Die neuen Stellen kommen, verspricht Trümper.

Reale Baum-Kosten einfordern

„Bäume für Magdeburg – alle machen mit!“ übertitelt die Fraktion Links für Magdeburg (LfM) ihren Antrag, der auf den ersten Blick das Gegenteil, nämlich den Ausschluss weniger finanzstarker Magdeburger, nahelegt. Aktuell müssten Baumspender 320 Euro zahlen; real lägen die Kosten aber bei durchschnittlich 600 Euro pro gepflanzten Baum. LfM schlägt vor, die geforderte Spendensumme auf die real anfallenden Kosten zu erhöhen und parallel einen „Spendenfonds Stadtgrün“ einzurichten, um auch Kleinspendern eine Möglichkeit zum Mittun zu eröffnen.

Die Linke schließlich möchte mehr als bisher die Magdeburger an der Baumpflege beteiligen und fordert mehr Werbung für das schon bestehende Modell „Baumpatenschaft“. Beim Gartenbetrieb rennt die Fraktion offene Türen ein. Mit Blick auf Hitze und Dürre im Sommer 2018 werde die Stadt Magdeburg künftig alle Magdeburger dazu aufrufen, bei der Wässerung von Bäumen zu helfen.