Magdeburg l Der Nachhaltigkeitsgedanke steht im Zentrum der Ideen, die es für das Stadion Neue Welt an der Berliner Chaussee in Magdeburg gibt. Nachdem das Konzept für eine Adventure-Golfanlage abgelehnt worden war, hat sich die Beratungsgesellschaft BTEC um Geschäftsführer Karsten Horney ein neues Konzept überlegt, wie sie das Gelände betreiben möchte und stellt dabei Ökologie, Umwelt und Nachhaltigkeit in den Fokus.

Auf dem Gelände soll ein Gebäude errichtet werden, das Kriterien des nachhaltigen Bauens entsprechen soll und sich in die Natur einfügt, informierten die Investoren und Mitglieder der Gesellschaft während eines Bürgerabends auf dem Gelände. Die genauen Pläne wollen sie jetzt noch nicht bekanntgeben, um dem Bauantrag an die Stadtverwaltung Magdeburg mit ihren Ämtern nicht vorzugreifen.

Boden wird nicht versiegelt

Nur so viel gaben sie bekannt: Das Gebäude wird aus Gründen des Hochwasserschutzes aufgeständert und kommt damit ebenfalls dem Umweltschutz zugute, weil der Boden nicht versiegelt wird. Zu gegebener Zeit werde es für die Öffentlichkeit weitere Informationen geben.

Bekannt ist aber bereits, dass keine Flächen neu versiegelt werden, die nicht schon bereits versiegelt sind. Und auch, wer in das Gebäude einziehen soll, steht bereits fest. Am Standort sollen Kompetenzen im Bereich Ökologie und Nachhaltigkeit gebündelt werden. Mehrere bereits existierende Firmen wollen einziehen und sich ergänzen.

Landschaftsarchitektin zieht ins Stadion

Neben der Betreibergesellschaft selbst wird das die Landschaftsarchitektin Annett Kriewald mit ihrem Büro sein. Sie ist auch engagiert im Haus Natursinn, das sein Domizil derzeit noch am Elbauen-Park hat, künftig aber auch ein passenderes Umfeld auf dem Gelände des Stadions Neue Welt bekommen soll, wo auf eine naturnahe Umgebung geachtet werde.

Weiterhin werde die Firma Grünwerk einziehen, die ein Kompetenzzentrum für Baumpflege entwickeln möchte. Der Architekt Georg Selzer, der auch das Gebäude für die Betreibergesellschaft entwirft, will ebenfalls seinen Arbeitsort in das Gebäude verlegen.

Forschen im Magdeburger Stadion

Und auch das Außengelände soll genutzt werden, zum Beispiel für Forschungszwecke zur Landschaftspflege mit Tieren, Gewässerreinigung durch Pflanzen und anderes mehr. Dabei arbeitet Kriewald bereits eng mit der Hochschule Anhalt zusammen.

Weitere Interessenten gebe es, erzählt Kriewald, die auch für das Konzept der Betreibergesellschaft verantwortlich ist. Diese dürften allerdings noch nicht öffentlich genannt werden. Zum Bau des Gebäudes würden auch einige Bäume gefällt werden müssen, informierten die Betreiber weiter. Allerdings werde es Ersatzpflanzungen geben – und das in unmittelbarer Nähe.

Magdeburger sehr interessiert am Stadion

Zahlreiche Bürger, die zu der Informationsveranstaltung gekommen waren, zeigen, wie groß das Interesse am Stadion Neue Welt ist. Und mancher hatte die Hoffnung, dass dort wieder ein Freibad oder eine andere Freizeiteinrichtung entstehen würde. Doch das sei ausgeschlossen.

Selbst die Golfanlage wäre nicht genehmigungsfähig gewesen. Aufgrund der strengen Bedingungen in Bezug auf den Umwelt- und Naturschutz sei kaum etwas anderes möglich als das, was die Betreiber jetzt planen. Große Eingriffe in das Gelände, etwa in die einstigen Schwimmbecken, werde es nicht geben.

Schaugärten im Stadion

Natürlich werde das Gelände auch gesichert werden müssen. Dennoch werde es auch in Zukunft für die Öffentlichkeit Gelegenheiten geben, das Objekt zu besichtigen. Unter anderem sollen dort zum Beispiel auch Schaugärten entstehen, soll es umweltpädagogische Angebote und Tage der offenen Tür geben.

Bei allen kritischen Fragen dazu, für wie viel Geld Investor Karsten Horney das Grundstück erworben habe und ob es Fördergeld für das geplante Vorhaben gebe, die Karsten Horney bei der Versammlung unbeantwortet ließ, gab es am Ende dann aber versöhnliche Töne: „Wenigstens hat jemand den Mut und nimmt Geld in die Hand, damit etwas passiert“, sagte einer der Anwesenden. Und eine Frau freute sich, dass es für Anwohner und Interessenten auch während der Bauphase immer wieder mal Info-Veranstaltungen geben werde, dass Tage der offenen Tür möglich seien. „Fragen Sie gern uns Anwohner, wir backen dann den Kuchen dafür“, bot die Frau den Betreibern großzügig an.