Magdeburg l Die Gebühren für die Entsorgung der Restabfälle und Bioabfälle bleiben in der Landeshauptstadt Magdeburg für die nächsten zwei Jahre konstant. Dies hat der Stadtrat mit der geänderten Abfallgebührensatzung am Donnerstag beschlossen. Neu im Leistungsangebot ist die „Biotonne plus“, die mit einem speziellen Filterdeckel ausgestattet ist. Und für Container sinkt der Preis sogar. Einzig bei der Anlieferung von Abfällen abseits der Kleinmenge für Magdeburger steigen die Preise.

 „Eine gute Abfalltrennung und umweltgerechte Entsorgung lohnt sich für die Magdeburgerinnen und Magdeburger, da die Biotonnengebühr weiterhin niedriger bleibt als die Abfuhr von Restabfällen“, erklärt der Beigeordnete für Umwelt, Personal und allgemeine Verwaltung, Holger Platz. „Daher sollten die Grundstückseigentümer die Größe der Abfallbehälter prüfen und dem Bedarf anpassen. Wird mehr Bioabfall getrennt gesammelt, kann das Behältervolumen dafür erhöht und die Restabfalltonne vielleicht reduziert werden.“

 „Die Behälteranpassung ist je Abfallart einmal jährlich gebührenfrei möglich“, ergänzt die Betriebsleiterin des Städtischen Abfallwirtschaftsbetriebes, Doris König. „Auch die Gebühren für mehrmaligen Tausch sowie die Reinigungsgebühren bleiben auf dem Vorjahresniveau.“

Neue Biotonne plus

Neu ist in Magdeburg die „Biotonne plus“. Die Auswertung des Pilotprojektes mit dem Biofilterdeckel unter Beteiligung von rund 240 Haushalten hat ergeben, dass der Geruchsfresser 96 Prozent der Testhaushalte von seinen Vorteilen überzeugt. Deshalb wurde dieser Behälter in das Leistungsspektrum des Abfallwirtschaftsbetriebes aufgenommen.

Wer eine Biotonne mit Filterdeckel nutzen möchte, muss dies beim Abfallwirtschaftsbetrieb angeben. Für die Bestellung können ab Mitte Dezember die Formulare, die im Netz beim Städtischen Abfallwirtschaftsbetrieb eingestellt sind, genutzt werden. Eine Antragstellung kann vom Grundstückseigentümer oder einer beauftragten Hausverwaltung erfolgen.

Die Behälter werden nach Bedarf bestellt und können gegen eine geringfügig erhöhte Gebühr die getrennte Sammlung der Bioabfälle sauberer und hygienischer gestalten. Der Abfallwirtschaftsbetrieb weist darauf hin, dass aufgrund des Bestellvorgangs und der Lieferfristen eine Nutzung der Biotonne plus voraussichtlich ab April möglich ist. Die Biotonnen mit Filterdeckel sind somit vor der Sommersaison im Einsatz und helfen insbesondere bei warmen Temperaturen die Geruchsbelastung zu minimieren.

Im Vergleich zu anderen Städten sind die Abfallgebühren in Magdeburg niedrig. So zahlt ein Dreipersonenhaushalt mit einer 60-Liter-Restabfalltonne und einer 120-Liter-Biotonne (14-tägliche Leerung) 138,24 Euro im Jahr. In Braunschweig oder Erfurt mit gleichen Entsorgungsgegebenheiten bereits über 200 Euro.

Weniger Kosten für Container

Die Gebühren für die Containerabfuhr können bei allen Abfallarten gesenkt werden, bei Sperrmüll um 19,1 Prozent, bei Grünabfällen um 11,6 Prozent, bei Baustellenabfällen sowie Bau- und Abbruchholz um 24,2 Prozent und bei Bodenaushub und Bauschutt um 12,2 Prozent.

Lediglich für die Selbstanlieferung von Abfällen müssen die Gebühren geringfügig angehoben werden. Die Sonderregelungen für Haushalte, die an die Restabfallentsorgung in Magdeburg angeschlossen sind, bleiben jedoch erhalten. Damit können Privathaushalte weiterhin Kleinmengen von Abfällen ohne zusätzliche Gebühr anliefern (Grünabfälle und Sperrmüll bis zu einem Kubikmeter; Baustellenabfälle, Bau- und Abbruchholz, Bauschutt und Bodenaushub bis zu 0,2 Kubikmeter je Tag und Haushalt).