Magdeburg l Elf Wochen nach der ersten Berichterstattung der Volksstimme über das spektakuläre Brückenprojekt über die Alte Elbe haben die beiden Investoren ein überwiegend positives Echo erhalten. Auf Volksstimme-Anfrage sagte Projektentwickler Rolf Onnen, dass es „sehr viele positive Rückmeldungen“ gegeben habe. Sie reichten von allgemeiner Zustimmung bis zum konkreten Interesse am Einzug in das Projekt.

Ständerbau auf dem Brückenkörper

Die Volksstimme hatte am 19. August über das Vorhaben berichtet. Danach wollen der Magdeburger Projektentwickler Rolf Onnen und der Immobilienmanager Olaf Kuhn die derzeit gesperrte Brücke der ehemaligen Kanonenbahn über die Alte Elbe reaktivieren. Auf den Brückenkörper soll ein Ständerbau gesetzt werden, der etwa 20 exklusive Eigentumswohnungen tragen soll. Untendrunter fließt die Alte Elbe. Zudem soll die Brücke selbst für Fußgänger und Radfahrer freigegeben werden. Derzeit ist der Übergang, der den Investoren gehört, gesperrt.

Die Berichterstattung in der Volksstimme hatte ein großes Echo ausgelöst. In Leserbriefen schrieben Magdeburger von einer mutigen und futuristischen Idee und Vision. Andere kritisierten die Pläne als Luxusbauten im Naturschutzgebiet.

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Zwei große Fragen sind offen

Wo steht das Projekt inzwischen? Rolf Onnen erklärt: „Wir freuen uns über die Reaktionen. Im Moment sind zwei große Fragen zu beantworten: das sind Eigentum und Statik.“ Zu klären sei zunächst, wie die Brücke mit dem Grundstück des Bundes, auf dem sie steht, zusammengeführt werden könne. Die Brücke gehörte einst zur Kanonenbahn und war mit der Hubbrücke als Mitgift mit dem lukrativen Gelände des alten Elbbahnhofs an Onnen verkauft worden. Onnen entwickelte daraufhin den Elbbahnhof als eine der teuersten Wohnanlagen der Stadt entscheidend mit. Die Kanonenbahnbrücke spielte aber - anders als die Hubbrücke - keine Rolle mehr und war zum Verdruss unter anderen der Radfahrer für den Verkehr aus Sicherheitsgründen geschlossen worden. Die neuen Pläne aber nun ließen Chancen auf eine Wiedereröffnung steigen.

Doch bis es so weit ist, dürfte noch viel Wasser die Elbe hinunterfließen. Mindestens zwei Jahre, wenn nicht noch länger, werden allein die Vorplanungen dauern. Mitinvestor Olaf Kuhn kündigte an, dass nun weiter statische Fragen untersucht würden. Dazu kämen umweltrechtliche Fragen.

Die Brücke liegt mitten im besonders geschützten Flora-Fauna-Habitat der Alten Elbe. Man sei zwar optimistisch, Lösungen zu finden, allerdings würden deren Umsetzung viel Zeit in Anspruch nehmen. Bei der Klärung von Umweltfragen wolle man auch auf Erkenntnisse und Einschätzungen zurückgreifen, die bei der Planung für die noch bevorstehende Verlängerung der Strombrücke über die Alte Elbe entstanden seien.

Positive Signale erhalten

Onnen sagte zudem, dass man aus dem Rathaus grundsätzlich positive Signale erhalten habe. Magdeburgs OB Lutz Trümper (SPD) hatte schon im August erklärt, dass es zwar noch viele Fragen gebe, aber keine, die nicht zu lösen wären.

Auch auf dem Wohnungsmarkt hinterließen die Pläne für den Brückenbau ihre Wirkung. Bei den Investoren hatten sich mit der Veröffentlichung Interessenten für die Wohnungen, auch aus Magdeburg, gemeldet. Immobilienmanager Olaf Kuhn: „Das zeigt, dass die Richtung grundsätzlich stimmt. Aber im Moment ist es dafür noch viel zu früh. Wir können noch keine serösen Aussage treffen über Größen und Kosten.“