Magdeburg l Mit einer Eckbebauung soll in Magdeburg an der Kreuzung Julius-Bremer-Straße/ Breiter Weg eine Lücke zwischen den Altmarktarkaden u. a. mit Teilen der Magdeburger Stadtverwaltung an der Julius-Bremer-Straße sowie dem nach der Wende anstelle des Marietta-Bar-Blocks errichteten Gebäudes gegenüber Karstadt am Breiten Weg in Magdeburg geschlossen werden. Diesen städtebaulichen, auch im Sinne des Magdeburger Gestaltungsbeirats, Erwägungen möchte die Stadtverwaltung nun auf die Sprünge helfen:

In der Dienstberatung der Verwaltungsspitzen im Rathaus wurde jetzt eine Druckvorlage freigegeben. In dieser geht es um eine sogenannte Einziehung von Verkehrsflächen. Konkret handelt es sich um den Platz, für den ein erster Entwurf bereits vom Gestaltungsbeirat bewertet und im Bauausschuss diskutiert wurde.

Magdeburger am Verfahren beteiligt

Verkehrsflächen können nach dem Straßengesetz für das Land Sachsen-Anhalt eingezogen werden, wenn sie ihre Verkehrsbedeutung verloren haben oder „überwiegende Gründe des öffentlichen Wohls vorliegen“. Letzteres ist im Falle der Eckbebauung die Option, die für die Einziehung der öffentlichen Verkehrsfläche zugunsten einer künftigen Privat­nutzung im Sinne einer Bebauung verwendet wird. Im Zuge des Verfahrens werden auch die Bürger beteiligt. So können diese nach der Bekanntmachung im Amtsblatt Einwendungen vorbringen.

Seitens der Verwaltung wird ein klarer Grund genannt, warum eine Bebauung befürwortet wird: „Ziel ist die Ergänzung und Vervollständigung der bisher positiven Entwicklung des Breiten Weges durch die Umwandlung der gleichförmigen Wohnstruktur zu einer innerstädtischen Mischnutzung.“

Immobilie mit Wohnungen und Geschäften

Der Gestaltungsbeirat hatte das in der Vergangenheit bereits gesehen und gelobt, dass in dem Neubau sowohl Geschäfte als auch Wohnungen untergebracht werden sollen. Außerdem hatte er den Entwurf als einen guten Übergang zwischen den benachbarten Häusern gewertet, jedoch auch eine Veränderung in einigen Details vorgeschlagen.

Die Bereiche, die bebaut werden sollen, befinden sich im Gebiet der historischen Altstadt. Sie sind als archäologisches Flächendenkmal registriert. Das bedeutet nicht zuletzt, dass bei den Arbeiten die Archäologen besonders aufmerksam sein werden. Der Bereich gehört zu den Stellen, an denen bereits im frühen Mittelalter und davor die Menschen ihre Spuren hinterlassen haben.

Archäologen finden Fliesen

Auf einer Baustelle nur wenige Meter von der künftigen Eckbebauung entfernt, unter dem neuen Blauen Bock mit der Firmenzentrale der Städtischen Werke Magdeburg, hatten die Archäologen beispielsweise prächtige Ofenfliesen und weitere Spuren der menschlichen Siedlungstätigkeit in der mittelalterlichen Stadt gesichert.

Über den Vorschlag der Verwaltung zur weiteren Entwicklung hat der Magdeburger Stadtrat im Juni 2019 zu entscheiden. Zuvor berät der Bauausschuss zum Thema.