Magdeburg l Seit 2017 treiben die Stadt Magdeburg und das beauftragte Planungsbüro, die POLA Landschaftsarchitekten GmbH aus Berlin, die Umgestaltung des Eiskellerplatzes voran. Aus zwei im September 2017 vorgestellten Varianten und nach Hinweisen des Gestaltungsbeirates ist nun eine dritte Version, die Vorzugsvariante, präsentiert worden.

Keine Autos auf Platz in Magdeburg

„Wir haben das Beste aus den bisherigen Plänen zu einem Entwurf zusammengeführt und mit neuen Elementen erweitert“, fasste Planer Jörg Michel zusammen. Weiterhin ist vorgesehen, Autos vom Platz fernzuhalten, Bäume und Sitzgelegenheiten zu integrieren, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, sowie eine ebenerdige Wasserfontänenanlage im Boden als Blickfang und Anziehungspunkt für Kinder einzulassen.

Die markante Änderung: Der Platz wird über die angrenzende Seitenstraße hinaus gedacht und fortgeführt, wie es Michel formulierte.

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Shared Space in Magdeburg

Konkret sieht die neue Variante vor, dass der Eiskellerplatz und der angrenzende Bereich der Rottersdorfer Straße mit dem gleichen Pflaster gestaltet werden, der Platz optisch in die Straße übergeht. Shared Space (englisch für geteilter/ gemeinsamer Raum) heißt die Planungsphilosophie, die dahinter steckt und verschiedene Nutzungsansprüche wie jene von Fußgängern und Autofahrern vereint. 

Auf dem Schönebecker Marktplatz ist dieses Konzept der fehlenden strikten, etwa durch Poller sichtbaren Abtrennung von Gehweg, Platz und Straße erstmals in Sachsen-Anhalt im Jahr 2016 umgesetzt worden.

Pflaster erhöht Aufmerksamkeit

„Aufgrund des Belagwechsels in der Rottersdorfer Straße wird die Aufmerksamkeit der Autofahrer geweckt“, entkräftete Jörg Michel Bedenken, wonach die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer durch das neue Platzkonzept unter Einbindung der Straße gemindert werde.

Da ein dritter Entwurf erarbeitet werden musste, wird der zeitliche Plan zur Umsetzung geändert. Geplant ist, dass die Entwurfsplanung 2019 abgeschlossen wird und die Stadt Magdeburg dem dann finalen Plan zustimmt. 2020 soll das markante Trafo- und Schalthaus der SWM abgerissen werden, anschließend die Neugestaltung des Eiskellerplatzes angegangen werden.

Umgestaltung wird teurer

Da der Bereich, der umgebaut werden soll, von bislang 700 Quadratmeter um den Straßenabschnitt erweitert und die Fläche auf etwa 1100 Quadratmeter ansteigt, erhöht sich auch der Finanzbedarf für das Vorhaben. Über Fördermittel seien bislang 490.000 Euro und damit der Großteil vorhanden, hieß es von Vertretern der Stadt.

Die nun zusätzlich benötigten 120.000 Euro sollen noch beantragt werden. Die Bauzeit wird etwa sechs Monate betragen und vorzugsweise im Winter beginnen, „damit der Platz zum Frühling fertig ist“, so Michel.

Wunsch nach einheitlichem Konzept

Die im Vergleich zur Vorjahresveranstaltung dieses Mal nur wenigen Teilnehmer der öffentlichen Vorstellungsrunde warfen ein, dass bei den geplanten Umbauvorhaben in der Schöninger Straße, in der Rottersdorfer und auf dem Eiskellerplatz „ein einheitliches Konzept verfolgt“ werden sollte, das einen Wiedererkennunsgwert hat. Wobei Carsten Gunkel vom Stadtplanungsamt betonte, darauf ein Auge zu haben.

Für Diskussionen sorgte der geplante Umbau der Rottersdorfer Straße: Die von der Stadt vorgelegten Varianten sahen u. a. eine teilweise drastische Reduzierung der vorhandenen Parkplätze vor, was die im Bereich der Halberstädter Straße und ihrer Nebenstraßen herrschende Parkplatznot steigern würde und eine entsprechende Kritik von Anwohnern und Gewerbetreibenden als Echo hatte.

Vierte Variante wird erarbeitet

Der Stadtrat fasste daraufhin einen Beschluss, eine vierte Variante unter Erhalt möglichst vieler Stellflächen erarbeiten zu lassen. Das Verkehrskonzept wird parallel zur Planung für den Eiskellerplatz erarbeitet.