Magdeburg l Als Fahrradreisender ist Frank Kulling schon viel herumgekommen. Durch Skandinavien und Japan sowie über Kuba sind er und seine Frau Susanne schon gefahren. Doch manchmal entdeckt man auch in der Heimat Dinge, die einem unbekannt sind.

So fiel ihm vor kurzem bei einer Fahrt durch Magdeburg ein ungewöhnlicher Gullydeckel auf, der sich in der Nähe zum Eingang des Kunstmuseums Kloster Unser Lieben Frauen befindet. Eine Friedenstaube mit einem Ölzweig bildet den Mittelpunkt. Die Aufschrift lautet „350 Jahre Westfälischer Friede 1648-1998.“

1648 endete der Dreißigjährige Krieg mit dem Abschluss des Westfälischen Friedens in Osnabrück und Münster. „Doch wie gelangte ein Gullydeckel zum 350. Jahrestag dieses Ereignisses 300 Kilometer östlich von Münster?“, fragte sich Kulling.

Fest steht zumindest: Damals wurden in Münster 21 dieser Deckel gegossen und in den Straßen der Stadt verteilt. 20 Exemplare kamen an Stellen in der Altstadt, die historischen Bezug haben und wo Stadtführungen Station machen, teilte die Stadt damals mit. Das 21. Exemplar war eine Extraanfertigung in Bronze, die vor dem Rathaus landete. Doch von Geschenken an andere Städte ist nichts bekannt.

„Warum und wie dieser Deckel nach Magdeburg kam, habe ich nicht gefunden“, sagt Kulling. Beim Kunstmuseum habe er sich erfolglos informiert, die Stadt hat bis jetzt keine Antwort. Vielleicht gibt es aber unter den Volksstimme-Lesern jemand, der sich daran erinnert, wie der Friedensdeckel nach Magdeburg kam. Infos an stefan.harter@volksstimme.de.