Magdeburg l Mit einem ungewöhnlichen Antrag – getragen von Respekt und Anerkennung gegenüber allen, die in Magdeburger Feuerwehren ihren Dienst tun – trat die Ratsfraktion Linke/future! zur jüngsten Sitzung auf den Plan. Ihre Forderung: Alle im unmittelbaren Löschdienst aktiven Mitglieder von Berufs- und freiwilligen Feuerwehren Magdeburgs sollen die Freibäder und Schwimmhallen der Stadt bei freiem Eintritt nutzen dürfen. Nach Vorstellung der Linken soll die Regelung möglichst noch in der laufenden Saison in Kraft treten und für die folgenden Jahre als dauerhafte Regelung in die Gebührenordnung aufgenommen werden.

Initiator des Antrages ist der Linke-Rat Dennis Jannack, Anlass seiner Forderung die aktuelle Wetterlage. „Gerade in diesen Tagen leisten die Männer und Frauen der Feuerwehren sehr viel und gehen zum Teil an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit“, so Jannack. Ihr Dienst, erst recht jener der freiwilligen Wehren im Ehrenamt, „geschieht oft unter Einsatz der Gesundheit und des eigenen Lebens und belastet damit auch das Leben der Angehörigen auf nicht unerhebliche Weise“.

Anreiz zur Nachwuchsgewinnung

Ohne die freiwilligen Feuerwehren sei eine flächendeckende Hilfe in Notfällen aber unmöglich. Die „herausragende Pflichterfüllung im Ehrenamt“ möchte Jannack mit dem kostenlosen Erholungs- und Ausgleichsangebot gewürdigt wissen. Zugleich solle es ein zusätzlicher Anreiz zur Nachwuchsgewinnung sein.

Entschieden ist in der Sache noch nicht. Der Stadtrat überwies den Antrag auf seiner jüngsten Sitzung in der Vorwoche zur weiteren Debatte in die Fachausschüsse. Dort müssen unter anderem die möglichen finanziellen Auswirkungen des Feuerwehr-Freibadetickets debattiert werden.

Rund 540 Mitglieder in Magdeburg

Die Magdeburger Berufsfeuerwehr zählt rund 270 Mitarbeiter, die zehn über das Stadtgebiet verteilten freiwilligen Feuerwehren etwa noch einmal so viele. Darüber hinaus unterhält die Stadt eine Jugendfeuerwehr mit rund 130 Mitgliedern. Insgesamt rücken Magdeburger Feuerwehren zu rund 12.000 Einsätzen pro Jahr aus, darunter zu regelmäßig rund 1000 Fehlalarmen. Neben dem Löschen von Bränden sind die Feuerwehren auch für Hilfsleistungen anderer Art (u. a. Bergung verletzter und hilfsloser Personen) und die Magdeburger Tierrettung zuständig.

Zur Debatte in den Ausschüssen dürfte gerade mit Blick auf großangelegte Kriseneinsätze in Magdeburg, wie in den Jahren der Flut oder am jüngsten Wochenende zur Evakuierung Tausender Magdeburger wegen des Bombenfundes, auch die Gerechtigkeitsfrage stehen. Regelmäßig sind neben den Feuerwehren zu solchen Anlässen auch Hunderte anderer ehrenamtlicher Helfer, zum Beispiel der Rettungsdienste und des Technischen Hilfswerkes, im Einsatz.