Magdeburg l In Position bringen sich zur Ratssitzung am 16. August 2018 die Verteidiger des Magdeburger Domplatz-Open-Airs. Die Liberale Carola Schumann gehört dazu und sieht sich in der eigenen Großfraktion CDU/FDP/BfM mit Widersachern konfrontiert.

CDU-Mann Michael Hoffmann gehört zum Lager der entschiedenen Gegner einer jährlichen monatelangen und fast flächendeckenden Bestellung des Domplatzes durch das Theater. Das Lager der Kritiker bekam in diesem Sommer heftigen Aufwind, als sich in mehreren Umfragen Mehrheiten für einen Schlussstrich unters Domplatztheater abzeichneten. Zwar war keine der Umfragen (von Volksstimme und MDR) repräsentativ, dennoch widerspiegelten sie einen Meinungswandel in der seit Jahren andauernden Debatte.

Kritiker wollen Open-Air verlagern

War das Domplatz-Open-Air in den Jahren zuvor stets auch mit Blick aufs Florieren umliegender Hotels, Gaststätten und Geschäfte durch die Besucherströme verteidigt worden, schloss sich in diesem Jahr erstmals auch die Interessengemeinschaft (IG) Innenstadt dem Lager der Kritiker an und forderte eine Verlagerung der Sommerbühne an einen anderen Standort.

Oberbürgermeister Lutz Trümper und das Theater Magdeburg verwiesen unisono darauf, dass der Domplatz dem Theater bis 2019 vertraglich als Sommerspielstätte zugesichert sei. Danach signalisiert das Stadtoberhaupt Gesprächsbereitschaft über den Standort und kann sich einen Umzug des Sommer-Musicals an einen anderen Standort durchaus vorstellen.

Verbesserungsvorschläge im Stadtrat

So weit die Ausgangslage.

Im Stadtrat Magdeburg tritt FDP-Frau Carola Schumann am Donnerstag mit einem Sicherungsantrag fürs Domplatz-Open-Air auf den Plan, der eine Prüfung von fünf Anregungen zur besseren Verträglichkeit von Bühne und Umfeld verlangt. Im Einzelnen sind das:

  1. Die Verringerung der Aufbau- und Sperrzeiten des Domplatzes durch Nutzung externer Firmen, Optimierung der Aufbauplanung, mehr Standards bei den Kulissen und optimierte Bühnenaufbauten;
  2. Die Verbesserung der Außenansicht durch Nutzung passender, dem Platz entsprechender „Bezüge“ für Täune und zaunüberragende Container;
  3. Die offenere Gestaltung der Spielstätte durch Rückverlegung des Einlasses vor die Publikumstribüne und ganztägige Öffnung des Eingangsbereiches samt gastronomischem Angebot für jedermann;
  4. Die Einbeziehung von Einrichtungen um Umfeld des Domplatzes und vorhandener Gastronomie z. B. bei Führungen für Kunst- und Theaterinteressierte und schließlich und am Weitesten gehend
  5. Die zeitweise Verlagerung des Domplatz-Open-Airs alle zwei Jahre an einen alternativen Ort (nahe Stadthalle, Elbauenpark, Technikmuseum, Zoo).

Schlussendlich wünscht sich Schumann vom Rat das Bekenntnis: „Auch nach dem Auslaufen des Nutzungsvertrages im Jahr 2019 soll das Domplatz-Open-Air als kulturelles Highlight erhalten bleiben.“

Domplatz-Open-Air verkürzen

In eine ähnliche Richtung wie Schumanns Antrag zielt eine Anfrage des Grünen-Fraktionschefs Olaf Meister, die ebenfalls zur Ratssitzung auf der Tagesordnung steht. Ihr Titel: „Verkürzung Domplatz-Sperrzeit 2019“. Die von Mai bis Juli fast elf Wochen andauernde vollständige Sperrung des Platzes für eine dann dreiwöchige Aufführungszeit erachtet Meister als „Missverhältnis“, das es zu verbessern gelte. In Anbetracht lauter werdender Kritik an der langen Sperrung des Platzes müsse „diese auf das zwingend notwenige Maß reduziert werden – zeitlich und räumlich“. Meister will wissen, wie das zu bewerkstelligen ist und welche finanziellen Auswirkungen es hätte.

In der Vergangenheit hat das Theater einen Umzug an einen anderen Sommerspielort und eine Verkürzung der Aufbauzeiten konsequent und kompromisslos abgelehnt. In der Folge könnten die Tage des Domplatz-Open-Airs am Ende der kommenden Spielzeit gezählt sein. Eine Entscheidung muss auf den Tisch. Das Theater plant mit weitem Vorlauf. Für das Domplatz-Open-Air „Chicago“, Premiere am 14. Juni 2019, hat der Kartenverkauf schon begonnen.