Magdebur l „Ich habe heute gegenüber dem Magdeburger Stadtratsvorsitzenden angezeigt, dass ich nicht mehr der Fraktion Die Linke angehöre“, schreibt Karsten Köpp am Mittwoch. Zugleich habe er seine Aufnahme in die SPD-Stadtratsfraktion beantragt. „Ich trete aus der Partei Die Linke aus und möchte SPD-Mitglied werden.“

Zur Begründung gibt der 50-jährige Verwaltungswissenschaftler einen Vertrauensverlust an. Er habe in letzter Zeit immer stärker das Gefühl gehabt, dass sein Platz nicht mehr in der Linken sein könne. „Mein Vertrauen gegenüber der Partei- und Fraktionsführung in Magdeburg und auf Landesebene ist aufgebraucht und fehlt für eine gedeihliche Zusammenarbeit.“

Zum ersten Mal errang Köpp für die Linke 2014 ein Ratsmandat in Magdeburg-Ostelbien, wo er auch selbst wohnhaft ist. 2019 schaffte er den Wiedereinzug. Das Ratsmandat wolle er behalten und sich weiter „sozial, transparent und bürgernah“ für die Interessen der Bürger und Bürgerinnen stark machen. „Der Wechsel zur SPD bietet für mich die Chance, dies zukünftig in einem Umfeld zu tun, indem ich neben vielseitiger Kompetenz, konstruktive Menschen und Augenmaß finden kann.“

Die Linke im Stadtrat verfügt nach Köpps Austritt nur noch über acht Mandate, die SPD kann bei Aufnahme Köpps auf zehn Mandate aufstocken und mit der CDU gleichziehen. Grüne/future! stellen mit elf Mitgliedern das größte Ratslager.

Linksfraktionschefin Jenny Schulz zeigte sich am Mittwoch sehr überrascht von Köpps Schritt. „Inhaltliche Differenzen gab es schon lange, aber die haben wir weitgehend toleriert“, so Schulz. Köpp habe aber niemals angedeutet und gar ausgesprochen, dass er sich in der Fraktion nicht mehr zu Hause fühle geschweige einen Austritt erwäge. „Das trifft uns ohne jede Vorwarnung und das empfinde ich schon als schlechten Stil.“ SPD-Fraktionschef Jens Rösler ist dagegen Mittwochvormittag schon bestens im Bilde und kündigt die Aufnahme Köpps in die eigenen Reihen an. „Wir haben uns dazu schon verständigt und glauben, dass er gut zu uns passt.“