Magdeburg l Im Oktober 2017 hatte der Stadtrat Magdeburg beschlossen, dass Geld an den Eigentümer des ehemaligen Hauses der Talente in der Erich-Weinert-Straße 25 fließen könnte. Und zwar nicht unbedingt für eine Sanierung, sondern für eine städtebauliche Aufwertung. Das öffnet den Raum für eine angesichts des maroden Zustands des seit Jahren leerstehenden Gebäudes sehr viel wahrscheinlichere Alternative: den Abriss.

Das darf nicht sein – so der Grundtenor eines Vorstoßes der Magdeburger Gartenpartei. Diese sieht in dem Magdeburger Gebäude ein Kulturdenkmal, dem mit seinen Angeboten für Jugendliche in der Vergangenheit eine ebensolche Bedeutung zukomme wie dem benachbarten Amo oder dem Buckauer Volksbad. Dementsprechend forderte die Gartenpartei von der Stadtverwaltung, das Gebäude zurückzukaufen und als neuen Ort für Jugend und Soziales auszubauen.

Stadtrat Magdeburg lehnt ab

Allerdings wird diese Forderung nicht fruchten, denn der Stadtrat Magdeburg hat während seiner Sitzung den Antrag der Gartenpartei abgelehnt.

Zuvor hatte Marcel Guderjahn noch um die Zustimmung der anderen Stadträte gerungen: Auch der Abriss des Amo habe verhindert werden können. „Und jetzt ist es zu 80 Prozent ausgelastet“, so der Stadtrat aus Buckau mit Blick auf das Nachbargebäude des „Talente“.

Bedenklicher Umgang mit Kulturdenkmalen

Es sei bedenklich, wie mit Kulturdenkmalen umgegangen werde, zu denen ja auch die Hyparschale zählt. Als Positivbeispiel nannte der Stadtrat die Villa Budenberg. Von diesem Gebäude wurde zumindest die Fassade in den vergangenen Monaten gerettet, um dahinter ein gänzlich neues Gebäude zu bauen.

Mit Blick auf die bevorstehende Sanierung der Stadthalle in Magdeburg kritisierte der Stadtrat, dass es über Jahre in Magdeburg an Veranstaltungsflächen mangeln werde. Wenngleich: Von den Flächen her ist die Stadthalle kaum mit denen im Talente zu vergleichen.

Magdeburger Haus soll saniert werden

Unterstützt wurde die Forderung der Gartenpartei am Mikrofon von Helga Boeck aus der Fraktion „Linke für Magdeburg“. Sie sagte mit Blick auf das Geld für die mutmaßliche Abrissförderung: „Die 48.000 Euro könnte man nutzen, damit der Eigentümer etwas aus dem Gebäude macht.“

Oberbürgermeister Lutz Trümper mochte im Zuge der Debatte den Antragstellern nicht folgen: Allen anderen Beteuerungen zum Trotz bestehe für das Gebäude in der Erich-Weinert-Straße 25 überhaupt kein Denkmalschutz. Über einen Abriss habe wohl eher das Bauordnungsamt, nicht aber der Stadtrat zu entscheiden.

Kein Denkmalschutz fürs Haus

Dabei mochte den Magdeburger Verwaltungschef auch nicht der letzte Vorstoß von Stadtrat Marcel Guderjahn umstimmen, dass man immer Dinge unter Denkmalschutz stellen könne, die erhaltenswert seien.

Ärgerlich an der Entwicklung des Gebäudes ist nicht zuletzt, dass es – im Gegensatz zum Kristallpalast – wenigstens zur Wendezeit noch in einem nutzbaren Zustand war. Zudem seien später Fördermittel geflossen, um das Dach zu sanieren, argumentieren die Gegner eines Abrisses des Gebäudes.