Magdeburg l Magdeburgs grüne Lunge steht vor einer Frischzellenkur: Zug um Zug soll der Stadtpark aufgewertet werden. Zudem befindet sich hier mit der Stadthalle eine der wichtigsten Kulturstätten der Region. Doch das Umfeld der Halle wirkt mehr und mehr wie eine Brache. Bereits 2016 lobte die Landeshauptstadt einen Ideenwettbewerb zur Gestaltung des Umfelds der Hyparschale und der Stadthalle aus.

Ziel ist es, in dem Gebiet eine hohe Aufenthaltsqualität zu schaffen und vielfältige Möglichkeiten zur Nutzung der Freiräume zu sichern. Das Konzept der Magdeburger Landschaftsarchitekten „Lohrer und Hochrein“ konnte die Jury aus Stadtplanern, Landschaftsarchitekten und Stadträten überzeugen.

Fördermittel für die Umgestaltung

Der Entwurf der Landschaftsarchitekten sieht unter anderem die Belebung des Kleinen Stadtmarsches zwischen Hyparschale und Stadthalle als Eventplatz für Strandbars, Konzerte, Biker-Treffs etc. vor. Erforderliche Stellplätze sind östlich der Hyparschale angedacht, der Individualverkehr ist aus dem Stadtpark herauszuhalten.

Die Ideen sollen in die Fortschreibung des städtebaulichen Rahmenplans für die Rotehorninsel als Grundlage für die weiteren Planungen einfließen.

Stadtrat Magdeburg entscheidet im Juni

Im Mai 2017 wird das Entwicklungspapier für den Magdeburger Stadtpark samt Wettbewerbsarbeit in den Ausschüssen des Stadtrates erneut diskutiert. Am 8. Juni soll der Stadtrat ein abschließendes Votum abgeben.

Ab etwa 2020 soll der Bereich zwischen MDR-Funkhaus und Stadthalle neu gestaltet werden. Für die weitere Planung des Umfeldes der Hyparschale und der Stadthalle sollen Fördermittel u. a. aus dem Programm Stadtumbau Ost beantragt werden, das geht aus einer aktuellen Drucksache der Stadtverwaltung hervor. Bis zur Fertigstellung der Sanierung der Stadthalle (Termin offen) soll das östliche Umfeld zwischen geplanter Hochwasserschutzanlage und der Terrasse am Adolf-Mittag-See einschließlich Umgebung Pferdetor und Albinmüllerturm sowie ein Parkplatz und die Erschließung aus Richtung Stadtparkstraße realisiert sein. 7,2 Millionen Euro werden dafür veranschlagt.

Der Bereich an der Südseite der Stadthalle soll im direkten Zusammenhang mit der Sanierung des Veranstaltungsgebäudes geplant und realisiert werden.

Ziel: Autos raus aus dem Park

Für die Entwicklung des Stadtparks hatte die Stadtverwaltung 2015 ein Entwicklungspapier vorgelegt. Autos raus, Aufenthaltsqualität rein – so lässt sich das Planungsziel für die grüne Insel zwischen Strom- und Alter Elbe auf den Punkt bringen. Vorgesehen ist dabei auch der Abriss der Jägerhütte.

Der städtebauliche Rahmenplan setzt markante Schwerpunkte für die Zukunft des Stadtparkes. Komplett festgezurrt ist das Konzept bisher nicht. Die Fachausschüsse des Stadtrates zeigten sich 2015 höchst unzufrieden mit dem von der Verwaltung vorgelegten Papier. Die Kritik der Räte machte sich im Wesentlichen an drei Aspekten fest: Verkehr, Gastronomie und Hyparschale. Teile des Rates lehnen die geplanten Einschränkungen für den motorisierten Individualverkehr ab.

Im März 2016 beschloss der Stadtrat eine grobe Zielstellung zur Fortschreibung des Rahmenplans. Die Stadträte wünschen sich u. a. eine gastronomische Aufwertung mittels „mobiler, temporärer Angebote“ zur Sommersaison und einen dauerhaften gastronomischen Weiterbetrieb des Fort XII. Das dortige Café haben die Planer langfristig (nach Aufgabe durch den Betreiber) zum Abriss vorgesehen.