Magdeburg l Ein gutes Dutzend Teilnehmer der öffentlichen Baustellenbegehung durften am 9. Juli als erste die neue Rampe zum Bürgerbüro Nord ausprobieren. Rein ging es noch nicht, ein Absperrgitter verhinderte den Zugang. Das soll in der darauffolgenden Woche aber verschwinden, so dass dann wieder der Haupteingang des Gesundheitsamts von der Lübecker Straße aus genutzt werden kann.

In gut drei Monaten wurden die alten, uncharmanten DDR-Platten entfernt und ein neuer Stadtplatz mit sanft ansteigender Anhebung zur Tür des Bürgerbüros angelegt. Sechs neue Lichtstelen stehen bereits und schalten sich per Bewegungsmelder an. Obwohl noch einige Geländer sowie die Ausstattung mit bespielbarer Skulptur, Bänke und Fahrradständer fehlen, sollen erste Bereiche schon jetzt freigegeben werden. In wenigen Wochen soll dann der erste Bauabschnitt ganz fertig sein, sagte die von der Stadt beauftragte Landschaftsplanerin Annett Kriewald.

Nur die Begrünung wird angesichts der anhaltenden Trockenheit noch auf sich warten lassen. Die ersten Stauden werden voraussichtlich im September gepflanzt. Ab Oktober kommen dann vier bis fünf Meter große Judasbäume sowie weitere Büsche hinzu, kündigt sie an. Direkt am Eingang soll noch eine große Eiche als Schattenspender gepflanzt werden.

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Warten auf den zweiten Bauabschnitt

Weiterhin unklar ist, wann der zweite Bauabschnitt in Richtung Lübecker Straße begonnen werden kann. „Wir warten auf die Baufreiheit“, erklärte Annett Kriewald. Heißt im Klartext: Der Imbisskiosk steht weiter im Weg. Ihren Angaben nach gab es erneut eine Kündigung für die Pächter. Mehr Informationen habe sie auch nicht, teilte sie den Teilnehmern der Begehung mit.

Dann wird auch der Lindenhain gefällt werden, was u. a. bei Anwohner Siegfried Werner auf Unverständnis stößt. „Das ist eine Schande. Sehen sie sich die Bäume doch an“, sagte er. Der Baumexperte der Stadtverwaltung hatte ihnen jedoch ein schlechtes Gesundheitszeugnis ausgestellt, weil sie auf schlechtem Untergrund wachsen. „Es wurde sehr genau geprüft, ob man sie erhalten kann. In fünf Jahren müssten sie wahrscheinlich einer nach dem anderen gefällt werden“, sagte Birgit Schmidt vom Neustädter Geschäftsstraßenmanagement. Daher sollen sie jetzt ganz getauscht werden.

21 Eisenholzbäume – eine neue Baumart für Magdeburg, mit Blick auf die Nähe zur Quarantänezone des Asiatischen Laubholzbockkäfers – sollen stattdessen gepflanzt werden. „Sie haben eine wunderschöne Blüte und tolle Herbstbräune“, schwärmte Annett Kriewald. Über ein Wurzelkammersystem bekommt jeder einen unterirdischen Lebensraum von 16 Quadratmetern.

Graffiti als Verzierung

Nach den Sommerferien wird die Außenwand der Rampe von Jugendlichen mit Graffiti gestaltet. Wenn der 2. Bauabschnitt fertig ist, wird der Platz offiziell eingeweiht. Idealerweise auch mit einem richtigen Namen. Dieser soll zuvor noch mit Hilfe der Neustädter gefunden werden.