Magdeburg l Die Sicherheit und Instandhaltung der Informationstechnik (IT) der Magdeburger Stadtverwaltung sowie der dazugehörigen Behörden und Ämter belasten das Stadtsäckel pro Jahr mit etwa 560.000 Euro. Das teilte Stadtsprecher Michael Reif auf Anfrage der Volksstimme mit.

Die rund 2800 Computer der Magdeburger Stadtverwaltung werden zurzeit mit einem neuen Betriebssystem ausgestattet. Zum Teil ist auf den Rechnern noch immer das mittlerweile ausgediente Betriebssystem Windows 7 installiert. Für dieses hat der Hersteller Microsoft die technische Unterstützung im Januar 2020 eingestellt. Das ist insofern für das Netzwerk der Verwaltung von Bedeutung, da aus diesem Grund keine Sicherheitsaktualisierungen mehr für das System produziert werden.

1000 Euro pro Computer

Bei den Erneuerungen kalkuliert die Stadtverwaltung einen finanziellen Aufwand von etwa 1000 Euro pro Computer. Darin sind auch Serviceleistungen und Standardsoftware enthalten. Zu einem großen Teil sind die Computer bereits auf das aktuelle Betriebssystem Windows 10 umgestellt, wie Reif mitteilte.

Dazu wurden die Computer je nach Zustand mit der neuen Software aufgerüstet oder durch neue Rechner ersetzt. Dieser Prozess soll in Kürze vollständig abgeschlossen sein. Nur noch in vereinzelten Verwaltungsstellen müssen die Umrüstungen vorgenommen werden. Für die Sicherheit des Verwaltungsnetzwerkes gegen Gefahren aus dem Internet sei trotzdem gesorgt.

In regelmäßigen Abständen werden Computer und Programme modernisiert und aktualisiert. Die Stadtverwaltung richtet sich dabei nach deren allgemeiner Lebensdauer. Diese ist oft nach fünf Jahren erschöpft, dann wird die Technik ausgetauscht. Einzelfälle, bei denen der Zustand gesondert betrachtet werden muss, gibt es trotzdem hin und wieder, berichtet Reif. Bei diesen kommt es dann auch außerhalb des normalen Zyklus zu Neuanschaffungen. Die letzten Modernisierungen wurden beschleunigt, nachdem Hersteller Microsoft angekündigt hatte, die Unterstützung für das Betriebssystem Windows 7 einzustellen.

Wartung und Beratung durch Dienstleister

Gewartet werden die Geräte sowohl von Mitarbeitern aus den IT-Fachbereichen und der zentralen Organisation als auch von externen Dienstleistern. Vor der Beschaffung von Neugeräten wird die Stadtverwaltung von ihrem Hauptdienstleister beraten. Das ist Bestandteil eines bestehenden Dienstleistungsvertrages, berichtet Reif.

Sollten größere Investitionen nötig sein, holt die Stadtverwaltung bei Bedarf auch zusätzliche Expertenmeinungen ein. Um eine geregelte Wartung zu gewährleisten, ist man in der Stadtverwaltung auch auf Hinweise der Belegschaft zum Zustand der Technik angewiesen. Reif teilte mit, dass die IT-Abteilung Hinweise der Mitarbeiter selbstverständlich in die Wartungspläne aufnimmt.

Gravierende Datenpanne im September 2019

Im September 2019 war es zu einer gravierenden Datenpanne bei der Stadtverwaltung gekommen. Daraufhin war die Arbeitsfähigkeit von einigen Verwaltungsteilen eingeschränkt. Es gingen viele Datensätze von Magdeburgern verloren. Einige Anträge von Bürgern mussten neu gestellt werden. Ein Hackerangriff wurde von der Stadtverwaltung ausgeschlossen. Im Vorfeld der Datenpanne gab es bereits Probleme mit einigen Programmen.

Ob es im Zuge der Umstellung auf das neue Betriebssystem weiterführende Sicherheitsmaßnahmen am Netzwerk und den Rechnern gegeben hat, wurde von Mitarbeitern der Stadtverwaltung noch nicht beantwortet.