Magdeburg l Ab 15. Februar 2018 werden in Magdeburg im Bereich des Elberadwegs im Herrenkrug und in der Turmschanzenstraße Bäume gefällt. Grund: Die Gehölze bedrohen mit ihrem Wurzelwerk zwei Mischwasserhauptkanäle. Teilweise sind auch Bäume betroffen, die sich auf dem Areal des Elbauenparks befinden.

Die Rodungsmaßnahmen inklusive des Fräsens von Baumstümpfen auf einem 10 bis 15 Meter breiten Schutzstreifen ist im Wesentlichen vom Elberadweg aus vorgesehen. Dieser wird im Zuge der Maßnahme gesperrt, Umleitungen sind ausgewiesen. Bereits am 14. Februar erfolgt die Baustelleneinrichtung. Die Baumfällarbeiten dauern voraussichtlich bis Ende Februar.

Wurzeln wachsen in Kanäle

Die Städtischen Werke Magdeburg (SWM) haben im Zuge einer Inspektion der beiden Mischwasserhauptkanäle zum Teil massive Wurzeleinwüchse festgestellt, die zu Abflussstörungen und Schäden am Mauerwerk der Anlagen geführt haben. Infolge von undichten Kanälen kann ggf. Abwasser austreten und das umgebende Erdreich bzw. das Grundwasser verunreinigen. „Als Grund für die Schäden wurden u. a. zahlreiche Bäume auf dem Leitungsbestand bzw. in dessen Schutzstreifen festgestellt“, erklärt Cornelia Kollberg von den SWM.

Bilder

Der freizustellende Schutzstreifen beträgt in Abhängigkeit vom Anlagenbestand zwischen 10 und 15 Meter. Das erfordere den nicht unerheblichen Einschnitt in die Natur. Im Ergebnis einer Risikoabwägung wurde als Vorzugsvariante das Vorhaben zur Gehölzfreistellung der Abwassertrasse verfolgt und beim zuständigen Umweltamt, Untere Naturschutzbehörde, beantragt. Seit Oktober 2017 liegt den SWM eine Genehmigung zur Rodung der Gehölze vor.

Ersatzpflanzungen in Magdeburg geplant

Wie viele Bäume entlang des Elberadwegs fallen müssen, konnte Cornelia Kolberg auf Nachfrage der Volksstimme nicht sagen. Zum Ausgleich der Fällungen werden u. a. bis Ende April zahlreiche Ersatzpflanzungen im Biederitzer Busch durchgeführt. Bereits geliefert wurden je 25 Fledermauskästen und Bruthilfen.

Die beiden Mischwasserkanäle sollen zu einen späteren Zeitpunkt in einer geschlossenen Bauweise mit einem sogenannten Inliner saniert werden. Das heißt, dass mittels eines Spezialverfahrens in das defekte Rohr ein neues Rohr eingebaut wird. Dadurch muss das zu sanierende Rohr nicht ausgegraben werden.