Das Denkmal

Das Magdeburger Recht gilt als Meilenstein für die europäische Rechtsgeschichte im Mittelalter. Bedeutsam ist das Magdeburger Recht bis heute als Ursprung für bürgerliche Freiheiten und städtische Selbstverwaltung. Rund 1000 Städte in Mittel-und Osteuropa hatten das Magdeburger Recht übernommen.

Das Denkmal soll aus 13 zwei Meter hohen Säulen bestehen. Eine von ihnen symbolisiert Magdeburg. Die übrigen Stelen symbolisieren die wichtigsten Städte des Magdeburger Rechts: Krakau, Posen, Radom, Breslau, Stendal, Halle, Prag, Budapest, Vilnius, Lemberg, Kaunas, Minsk und Kiew. In Schalen sollen auf den Säulen Buchsbäume gepflanzt werden. Das Denkmal auf einer Fläche von zehn mal zehn Metern soll begehbar sein. Zwischen den einzelnen Stelen gibt es Sitzgelegenheiten, die die Passanten zum Verweilen einladen sollen – am derzeit favorisierten Standort mit Blick auf die Johanniskirche.

(ri)

Werder l Seit fast acht Jahren kämpft der Verein Denkmal Magdeburger Recht um einen Ort in der Stadt, der auf deren Bedeutung in der Rechtsgeschichte hinweist. Ein entscheidender Knackpunkt: der Standort. Für diesen zeichnet sich jetzt eine Lösung ab. Die Stadtverwaltung hat in Absprache mit dem Verein und dem Künstler Claus Bury, dessen Entwurf sich in einem Wettbewerb durchgesetzt hatte, eine Stelle zwischen Zollbrücke und Strombrücke ausgemacht. Bislang verläuft in diesem Bereich die Fahrbahn zwischen den beiden Brücken. Künftig verläuft die Straße ein Stück weiter östlich, und das Denkmal soll einen Akzent in der neu entstandene Grünfläche setzen.

Diskutiert wurde die Information aus der Stadtverwaltung auch im Kulturausschuss des Magdeburger Stadtrats. Baubeigeordneter Dieter Scheidemann hatte das Projekt bei dieser Gelegenheit als Herzensangelegenheit bezeichnet. Der Beigeordnete lobte den Standort auch von seinem Symbolgehalt her: Insbesondere nach Osten habe das Magdeburger Recht im Mittelalter ausgestrahlt, und damit sei ein Standort östlich der Altstadt durchaus nachvollziehbar. Auch aus den Reihen der Stadträte gab es Lob: Carola Schumann (FDP) lobte so den Standort als herausragend, da sich hier von der Brücke ein besonderer Blick auf das Denkmal bieten werde.

Werben um Spenden

Hugo Boeck ist Vorsitzender des Vereins Denkmal Magdeburger Recht und sagt: „Jetzt stehen wir vor der Aufgabe, das Vorhaben zu finanzieren.“ Für rund 6000 Euro kann jetzt eine erste Säule angefertigt werden. Diese soll an geeigneten Standorten um Spenden werben. „Am liebsten hätten wir diese Säule in die aktuelle Sonderausstellung des Kulturhistorischen Museums integriert – leider hat für die Anfertigung der ersten Säule aber nicht die Zeit gereicht.“ Bei der Ausstellung handelt es sich um „Faszination Stadt – die Urbanisierung Europas im Mittelalter und das Magdeburger Recht“, die noch bis zum 2. Februar 2020 in der Otto-von-Guericke-Straße 68 bis 73 gezeigt wird.

Bilder

Unabhängig davon, dass eine erste Säule öffentlich für das Vorhaben werben kann: Mit der Festlegung eines Standorts kann der Verein nun auch bei Stiftungen um Unterstützung werben. Die Gesamtkosten werden auf etwa 90.000 Euro geschätzt. Auch in Städten des Magdeburger Rechts soll angefragt werden, ob sie sich beteiligen möchten. Dies passt durchaus auch zur Veranschaulichung des Magdeburger Rechts: Eine Säule symbolisiert Magdeburg als Ursprungsort, die weiteren Säulen stehen für Städte, wohin das Rechtswerk ausgestrahlt hat (siehe Infokasten).

Ziel der Fertigstellung ist 2023

Aufgestellt werden könnte das Denkmal frühestens mit der Fertigstellung der Strombrückenerweiterung – und damit keinesfalls vor 2023. Dies ist aber auch der Zeitraum, den der Verein für die Sammlung von Spenden und die Anfertigung des Denkmals veranschlagt.

In den vergangenen Jahren waren die unterschiedlichsten Standorte diskutiert und wieder verworfen worden. Zunächst war das Denkmal für den Ulrichplatz vorgesehen. Als andere mögliche Standorte waren unter anderem das Dach über der Tiefgarage des Allee-Centers, der Bereich eines Parkplatzes neben dem Rathaus, Standorte an der Jakobstraße oder das Gelände hinter dem Blauen Bock diskutiert worden. In vielen Fällen reichte der Platz nicht aus oder die Nähe zu anderen Denkmalen war einfach zu groß.