Magdeburg l Für viele Heiratswillige ist es das Datum 2018 schlechthin: 18. 8. 2018! Höchst verführerisch eine solche Zahlenkombination. Läuft man doch weniger Gefahr, den Hochzeitstag später einmal – nun, ja – zu verschwitzen. Außerdem klingt es gut, das runde Datum.

Jedoch: Auf die Idee mit den vielen Achten werden etliche kommen. Und es gibt noch ein Problem: Formell angemeldet werden kann die Eheschließung im Standesamt Magdeburg erst sechs Monate vor dem Wunschtermin, also ab dem 19. Februar 2018. Und dann müssen sich die Paare beeilen, denn die Zahl der Trauungen ist für diesen besonderen Tag natürlich auch begrenzt.

20 Paare können pro Tag heiraten

20 Paare können sich am 18. August 2018 in Magdeburg das Ja-Wort geben. „Das Standesamt bietet zwölf Eheschließungstermine im Hochzeitshaus und jeweils vier Termine in den Außenstellen an“, erklärt Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra auf Nachfrage.

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Wann gibt es noch „Luft“? Die zum Feiern eher ungemütlichen Monate Januar und Februar sowie die Wochentage Dienstag bis Donnerstag bieten meist noch ausreichend Termine, um den Bund fürs Leben zu schließen.

Organisatorische Änderungen in Magdeburg

Das Standesamt Magdeburg nimmt aber mit Beginn 2018 einige organisatorische Änderungen vor, wie die Volksstimme erfuhr. Und die gilt es bei der Planung zu beachten.

Zum Beispiel: Im Hochzeitshaus in der Humboldtstraße wird es ab 2018 nur noch im Großen Trausaal Eheschließungen geben. Er bietet zwei Plätze für das Brautpaar und 32 Sitzplätze für Gäste an. Der Kleine Trausaal bot bislang zusätzlich 16 Sitzplätze für Gäste und zwei für das Brautpaar.

Trauungen nur noch im Großen Saal

Ab Januar 2018 gibt es also nur noch im Großen Saal Trauungen, dafür werden die Zeiten verlängert, so dass zum Beispiel zwischen Mai und September freitags und sonnabends wie bisher zwölf Eheschließungen angeboten werden: erste Eheschließung am Sonnabend um 9.30 Uhr, letzte Eheschließung um 15.30 Uhr. Man werde sehen, wie die Paare die Zeiten annehmen, so Kinszorra. Vorteil der neuen Regelung: Es befindet sich jeweils nur eine Hochzeitsgesellschaft im Haus.

Parallele Trauungen und damit mehrere Brautgesellschaften gleichzeitig im Haus waren in der Vergangenheit durchaus auch als störend empfunden worden.

Eheschließung in Außenstellen

Eine weitere Änderung: Von Mai bis September 2018 werden laut Magdeburgs Stadtsprecherin jeweils an einem Sonnabend im Monat nur Eheschließungen in den Außenstellen (Lukasklause am Schleinufer und „Skyroom“ im Hundertwasserhaus) durchgeführt. Warum diese Neuerung? Die Antwort darauf fiel seitens der Stadt Magdeburg denkbar knapp aus. Dies habe „arbeitsorganisatorische Gründe“, hieß es.

Gut zu tun haben die Standesbeamten zweifellos. Die Zahl der Eheschließungen stieg in den letzten Jahren beständig an.

Mehr Ehen in Magdeburg

Und es wurden deutlich mehr Ehen geschlossen als geschieden. Im Jahr 2015 heirateten in Magdeburg 968 Paare, während sich 411 Paare scheiden ließen. 2016 wurden 995 Eheschließungen gezählt und 391 Scheidungen.

Lohnenswert auch der Blick auf die gleichgeschlechtlichen Beziehungen. Bis 1. Oktober 2017 gab es für sie nur die Möglichkeit einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. 2011 wurden zehn solcher Bündnisse geschlossen, 2017 waren es 28.

Ehe für homosexuelle Paar

Seit Oktober 2017 gibt es die Ehe zweiter Klasse nicht mehr. Auch homosexuelle Paare dürfen die Ehe schließen. Seither gab es in Magdeburg zwar erst eine Eheschließung eines gleichgeschlechtlichen Paares, das zuvor keine Lebenspartnerschaft begründet hatte. Dafür aber wurden schon 18 Lebenspartnerschaften in eine Ehe umgewandelt.

Neben den formellen Trauungen im Standesamt bzw. in der Kirche finden aber auch freie Trauungen munteren Zuspruch, weiß Hochzeitsplanerin Julia Hohn zu berichten. Seit 2013 bietet die Magdeburgerin neben anderen Weddingplanern in der Stadt ihre Hilfe bei der Organisation des schönsten Tages an.

Ihre Erfahrung: Freie Trauungen als zusätzliches Ritual am Hochzeitstag werden immer beliebter. Nichts ist vorgeschrieben, alles möglich: Ob Elbufer oder Brockengipfel, ob Mittelalter- oder maritime Hochzeit. „Das ist eben noch mal ganz individuell nach den Wünschen der Paare und das kommt an“, weiß die Magdeburgerin.