Magdeburg l Als Zeichen für die Gefährlichkeit der Corona-Krise gilt die Übersterblichkeit, die angibt, wie viele Menschen mehr als in anderen Jahren sterben. Im Umland Magdeburgs liegen diese Zahlen  deutlich über denen der vergangenen Jahre, wie einer Veröffentlichung des Statistischen Landesamts zu entnehmen ist.

In Stendal gab es mit einer Übersterblichkeit von 90 Prozent fast doppelt so viele Tote als in den Jahren zuvor. Im Salzlandkreis lag die Steigerung bei 72 Prozent, in Mansfeld-Südharz bei 65 Prozent, im Landkreis Börde bei 54 Prozent, im Landkreis Wittenberg bei 52 Prozent, im Burgenlandkreis und in Halle bei jeweils 47 Prozent, im Saalekreis bei 42 Prozent, im Jerichower Land bei 32 Prozent, in Anhalt-Bitterfeld bei 26 Prozent, im Landkreis Harz bei 17 Prozent und im Altmarkkreis Salzwedel bei einem Prozent.

Dabei ist die Region weit von der Situation in einigen anderen Ländern der Erde entfernt. Dort sind Bestattungsunternehmen mit dem Mehr an Todesfällen überfordert.

Magdeburg ist der Leuchtturm

Leuchtturm im nördlichen Sachsen-Anhalt ist Magdeburg: In der Momentaufnahme für eine einzelne Woche war die Landeshauptstadt auf die Sterblichkeit wie in den Jahren zuvor gekommen. Einen besseren Wert hatte es in Sachsen-Anhalt in diesem Zeitraum nur in Dessau-Roßlau gegeben, wo drei Prozent Tote weniger als in den Vorjahren zu beklagen waren.

Die nicht gestiegene Sterblichkeit scheint dabei auch mit der Zahl der diagnostizierten Fälle zu korrespondieren: Tendenziell fallen in der Statistik jene Regionen auf, in  denen in den Wochen zuvor besonders hohe Sieben-Tages-Inzidenzen zu verzeichnen waren. In Magdeburg hatte dieser Wert, mit dem die Zahl der Neuinfektionen zu der Zahl der Einwohner ins Verhältnis gesetzt wird, seit Monaten hinter dem der anderen beiden kreisfreien Städte und der Landkreise in Sachsen-Anhalt gelegen.

Auch andere Faktoren spielen eine Rolle

Eine höhere Zahl von Menschen die sterben, ist in der Regel als Folge einer Erkrankungswelle zu werten. Dabei spielen auch Aspekte eine Rolle, die nur mittelbar mit dem Erreger zu tun haben. So ist gut wahrscheinlich, dass einige Menschen aus Angst vor einer Infektion zu spät ärztliche Hilfe suchen.

Auf der anderen Seite gibt es 2021 voraussichtlich  weniger Grippetote, da die Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen auch gegen eine Grippeinfektion wirken. Und auch ist denkbar, dass in Zeiten mit geringerem Straßenverkehr die Zahl der Verkehrstoten sinkt.