Magdeburg l Tränen der Dankbarkeit fließen an diesem Tag: Die Musikschülerin Niusha Asarmi erhält vom Förderverein des Konservatoriums ein Stipendium. Das Mädchen kommt aus dem Iran. Vor etwa zwei Jahren kam sie mit ihrer Familie nach Deutschland. Die Familie könnte die Kosten für den Unterricht kaum allein stemmen. Umso größer ist nun der Dank.

Über die genauen Gründe für die Flucht möchte die Mutter des Mädchens nicht sprechen. Vielsagend ist allerdings, dass sie sich freut, dass ihre Tochter es besser hat, als sie es einmal hatte. „Als ich zwölf war, wollte ich gern auch mal ohne Schleier ausgehen“, sagt sie. Doch das war nicht möglich.

Musik ist besondere Leidenschaft

Ihre Tochter geht gemeinsam mit Jungen zur Schule, könne anziehen, was sie wolle, und das sei auch gut so. Musik ist die besondere Leidenschaft von Niusha. Unter der Woche bleibt neben Schule und Hausaufgaben nicht allzu viel Zeit zum Üben. Doch vor allem an den Wochenenden widmet sie sich dem Instrument.

Die Anfangszeit in Magdeburg war schwer. Niusha sei immer traurig gewesen. Als sie beim Tag der offenen Tür in der Musikschule auf einer Geige spielte, war die Begeisterung sofort entfacht. Und seit sie Geige spielt, sei ihre Tochter auch wieder zufriedener, erzählt die Mutter.

Enger Kontakt zu iranischer Familie

Jutta Stegmann hat das Mädchen für das Stipendium vorgeschlagen. Sie wollte sich ehrenamtlich einbringen, um Flüchtlingen in Deutschland zu helfen. Es dauerte nicht lange, da wurde sie mit der Familie bekanntgemacht und steht bis heute in engem Kontakt mit ihr.

Seit mittlerweile mehr als 25 Jahren hilft der Förderverein des Konservatoriums Georg Philipp Telemann in unterschiedlichsten Formen bedürftigen und förderwürdigen Schülern der Musikschule in ihrer musikalischen Ausbildung. Mit der Familie freute sich Fördervereinsvorsitzender Christian Heimann. Daneben unterstützt er im Rahmen seiner Möglichkeiten pädagogische und künstlerische Projekte des Hauses sowie dessen Darstellung in der Öffentlichkeit.