Magdeburg l Der Musiker Joachim Witt ist am Montagmittag auf Stippvisite am goldenen Magdeburger Reiter gewesen. Der private Radiosender SAW hatte ihn zu dem Besuch am Magdeburger Wahrzeichen auf dem Alten Markt eingeladen. Witt hat gerade ein neues Album veröffentlicht. Es ist am 22. Februar 2019 erschienen, seinem 70. Geburtstag. Von der Stadt Magdeburg erhielt der Künstler als Gastgeschenk ein Buch mit Informationen zum Magdeburger Reiterdenkmal.

"Hey, hey, hey, ich war der goldene Reiter." So geht der Refrain in Witts berühmtesten Song. Im Text des 1980 veröffentlichten Liedes geht es um einen Menschen, der in eine psychatrische Klinik eingewiesen wird. Er selbst habe damals einen Burnout gehabt, erläuterte Witt auf dem Rathausbalkon vor dem Reiterdenkmal. Es sei ihm in dem Song aber wesentlich um Kapitalismuskritik gegangen. Um den Leistungsdruck sowie die Angst, den Job zu verlieren. Denn das sei auch schon zu Beginn der 80er Jahre ein Problem gewesen. "Aber die Menschen haben es einfach nicht gecheckt", sagt Witt rückblickend über seinen größten Hit. "Es gibt nur wenige, die den Hintergrund wirklich begreifen."

Witt unterstützt Wagenknechts "Aufstehen"

Nie sei es ihm in seiner Musikerlaufbahn nur um Unterhaltung gegangen, erläuterte der Künstler. Sozialkritische Aspekte seien ihm wichtig. Deshalb habe er sich auch der Sammlungsbewegung "Aufstehen" angeschlossen. Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht hatte das politische Bündnis für linke Politik im September 2018 gegründet.

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Für sein neues Album "Refugium" hat Witt einige seiner Lieder zusammen mit einem Orchester neu vertont. Im April beginnt seine Tour dazu. In Magdeburg wird er nicht spielen, aber dafür in Halle. Das Tourauftackt-Konzert in der Händelstadt ist am 26. April. Ans Aufhören denkt der Musiker mit seinen 70 Jahren noch nicht. Im Jahr 2020 will er das nächste Album rausbringen.