Kanalreinigung

Straßenabläufe in Magdeburg nicht für jeden Starkregen gewappnet

Die Straßenabläufe im Osten von Magdeburg werden regelmäßig gereinigt. Bei extremem Wetter hilft aber auch die beste Vorbereitung nicht.

Von Konstantin Kraft 14.07.2021, 00:45
An der Kreuzung vor der Getec-Arena in Magdeburg steht eine Ampel unter Wasser.
An der Kreuzung vor der Getec-Arena in Magdeburg steht eine Ampel unter Wasser. Archivfoto: Konstantin Kraft

Magdeburg - Heftige Regenfälle könnten Magdeburg alsbald erreichen. Dies dürfte eine echte Herausforderung für die Abflüsse in den Straßen darstellen. Bei starkem Regen kommt die Kanalisation in den ostelbischen Stadtteilen und auf dem Werder mitunter nicht hinterher. Das viele Wasser staut sich dann am Straßenrand. Anfällig war dafür in der Vergangenheit etwa die Kreuzung von Friedrich-Ebert-Straße und Berliner Chaussee an der Getec-Arena. Vor einer Ampel bildeten sich regelmäßig große Pfützen, die Volksstimme berichtete. Der dortige Abfluss schien die Wassermassen nicht schnell genug aufnehmen zu können.

300 000 Euro im Haushalt

Unterm Strich sieht die Stadtverwaltung die Entwässerungsanlagen in ganz Magdeburg aber dennoch in einem „gut funktionierenden“ Zustand. Die Abläufe würden regelmäßig gereinigt, zudem seien Starkregenereignisse in den vergangenen Jahren sehr selten aufgetreten, heißt es in einer Stellungnahme. Anlass war eine Anfrage von SPD-Stadtrat Karsten Köpp zur Wartung von Gullys und Straßenabläufen, besonders in Ostelbien und auf dem Werder. Er warnte dabei vor überfluteten Straßen und erheblichen Sachschäden, die durch ungereinigte Straßenabläufe bei Starkregen entstehen könnten.

Völlig ausgeschlossen werden kann eine Überlastung der Kanalisation auch bei guter Vorbereitung nicht: „Auch wenn die Straßenabläufe zu jeder Zeit frei von Verunreinigungen wären, können die städtischen Abwasserkanäle bei Starkregenereignissen die Ableitung der Wassermassen bereichsweise nicht uneingeschränkt gewährleisten“, konstatiert Jörg Rehbaum, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr. 2020 wären circa 232 000 Euro für die Straßenablaufreinigung in der gesamten Stadt ausgegeben worden. Ein Jahr zuvor waren es noch 242 000 Euro. 2018 fielen die Reinigungskosten mit 130 000 Euro dagegen deutlich geringer aus. Und doch scheint noch Luft nach oben: So betrage der Planansatz zur Reinigung von Abläufen im gesamten Stadtgebiet von Magdeburg circa 300 000 Euro in diesem Jahr. Auf dem Werder und in Ostelbien kamen im Vorjahr rund 31 360 Euro an Reinigungskosten zusammen. Zwei Jahre zuvor waren es an dieser Stelle 27 730 Euro.

Zyklische Reinigung der Straßenabflüsse

Die Straßenabläufe in der Stadt werden zyklisch gereinigt. Für den Magdeburger Ring sind drei Reinigungen im Jahr vorgesehen, die Abläufe an Hauptverkehrsstraßen werden zweimal jährlich gereinigt, Nebenstraßen einmal. Darüber hinaus würden die Abläufe bei den regelmäßigen Straßenkontrollen augenscheinlich kontrolliert und bei Bedarf gereinigt, heißt es aus dem Rathaus.

In der vergangenen Woche konnte Stadtrat Karsten Köpp eine Kanalreinigungsmaschine in der Turmschanzenstraße erspähen. Ob ein Zusammenhang mit der jüngsten Anfrage besteht? Karsten Köpp sieht die Reinigungsaktion jedenfalls als erfreulich. Gleichwohl mahnt er an, dass es nicht bei dieser einzigen Maßnahme bleiben dürfe. Selbst, wenn nicht jedes Schadensereignis zu vermeiden ist, brauche es „langfristig und präventiv eine erhöhte Aufmerksamkeit“.