Magdeburg l Die Fronten zwischen Rothenseern und den Magdeburger Verkehrsbetrieben (MVB) verhärten sich zunehmend. „Mit denen reden wir nicht mehr“, sagte GWA-Sprecher Ernst Wittstock gestern auf Nachfrage im Nachgang zur GWA-Sitzung am Mittwochabend. Er erklärte, das sei auch der Grundtenor der anwesenden GWA-Mitglieder gewesen, die seit nunmehr zweieinhalb Jahren darauf warten, dass nach dem Hochwasser im Sommer 2013 die Straßenbahnen auch zwischen Betriebshof Nord und Barleber See wieder im Zehn-Minuten-Takt fahren.

Kein ernstzunehmendes Lösungsangebot

„Die Unzufriedenheit der Bürger ist spürbar“, sagte Wittstock, und sie werde immer größer. Und so fällt es immer schwieriger, Verständnis aufzubringen. Besuche von Vertretern der Magdeburger Verkehrsbetriebe wollten die Rothenseer demnach auch nicht mehr haben – zumindest nicht, wenn die Verantwortlichen wie in der Vergangenheit nur mit Entschuldigungen und Ausflüchten kämen, nicht aber mit ernstzunehmenden Lösungsvorschlägen, betonte Wittstock. Das ist das Gefühl der Rothenseer, die gar fordern, dass der Betrieb umstrukturiert werden müsse, damit sich endlich etwas tut.

„Preiserhöhungen und Gültigkeitsverkürzungen sind immer planmäßig“, sagte Wittstock, nicht aber der Service, den die Verkehrsbetriebe ihren Fahrgästen anböten. „Hier sind auch Politiker zum Handeln gefordert“, meint Ernst Wittstock. Seiner Ansicht nach ist der Öffentliche Personennahverkehr, den die MVB anbieten, einer Großstadt unwürdig.

Schüler verspäten sich

Bereits während einer Bürgersprechstunde mit Landtagsabgeordneter Edwina Koch-Kupfer war der Unmut der Rothenseer deutlich geworden. Die Landtagsabgeordnete hatte versprochen, sich mit den Verkehrsbetrieben in Verbindung zu setzen und zur GWA-Sitzung zu informieren, was sie in Erfahrung gebracht habe. Doch wie Ernst Wittstock berichtete, habe auch sie nichts bewirken können.

Was die Rothenseer noch mehr verärgert sei, dass immer wieder Bahnen ausfallen würden. Schüler kämen regelmäßig zu spät zur Schule, würden bei Lehrern ihre Glaubwürdigkeit verlieren, und wenn ein oder zwei Straßenbahnen ausfielen, stünde der Betroffene mal schnell eine Stunde an einer Haltestelle.

Unternehmen bereit vorzufinanzieren

Auch die Unternehmen aus Rothensee hätten ein Interesse an einem erneuten Zehn-Minuten-Takt, hätten sogar in Aussicht gestellt, bei der Vorfinanzierung eines Ersatzteiles zu helfen. Darauf habe die GWA aber keine Antwort von den MVB erhalten, auch auf Volksstimme-Anfrage gab es keine Stellungnahme, mit der Begründung, es liege ja nichts Schriftliches vor und der Vorschlag müsse zunächst einmal geprüft werden.

Strecke kann erst 2019 saniert werden

Die Verkehrsbetriebe hatten zunächst die Sanierung der Strecke für 2017 angekündigt. Da sie grundhaft ausgebaut werden muss, verlängert sich aber das Genehmigungsverfahren, so dass erst 2019 mit der Sanierung begonnen werden kann. Erst nach der Fertigstellung könnte es wieder einen Zehn-Minuten-Takt geben.