Magdeburg l Sie zieren die Straßenschilder und klären über den Namensgeber auf. An der Aßmannstraße allerdings verweist eine Zusatztafel, die unterhalb des Straßenschildes angebracht ist, auf den falschen Aßmann. Dies fiel mit Dr. Bernd Stiller einem Vorstand des Wettermuseums in Tauche im Ortsteil Lindenberg auf, der anlässlich einer Sonderausstellung zum 100. Todestag von Richard Aßmann dessen Geburtsort Magdeburg aufsuchte.

Falscher Vorname auf Zusatzschild

Dabei stellte der Gast aus Brandenburg erstaunt fest, dass auf dem Zusatzschild Johannes als Vorname aufgeführt ist. „Schade, dass das noch niemandem aufgefallen ist, dass der Arzt und Meteorologe, der die Stratosphäre erforschte – eigentlich ja zunächst mitentdeckte – und zwischen 1845 und 1918 lebte, Richard Aßmann hieß“, lässt Stiller wissen.

In der Stadtverwaltung nimmt man den Hinweis dankend auf, auch wenn sie für diesen Fauxpas nicht verantwortlich ist. Seit dem Jahr 2004 können Unternehmen, Vereine und Privatpersonen die Beschilderung von Magdeburger Straßen, die nach Personen oder Ereignissen benannt sind, durch selbst finanzierte Zusatztafeln ergänzen, klärt Stadtsprecher Michael Reif auf: „Ziel ist es, Magdeburgern und Gästen wichtige Hintergrundinformationen zu bestimmten Straßennamen zu vermitteln.“ Der Stadtrat hatte einst mit einem Beschluss die Voraussetzungen für diese Zusatzbeschilderung geschaffen.

Die Kosten für die Tafeln sind von Größe und Material abhängig und „müssen von den jeweiligen Initiatoren übernommen oder über Sponsoring eingeworben werden“. Das Tiefbauamt übernimmt die Montage, wenn die Zustimmung des Eigentümers, an dessen Gebäude die Tafel montiert werden soll, vorliegt.

Wer im Falle der Aßmannstraße, an welcher der Deutsche Wetterdienst eine Wetterstation betreibt, der Initiator ist, wird derzeit von der Stadt in Erfahrung gebracht. Denn das fehlerhafte Schild soll in Kürze demontiert werden, so Michael Reif. Und weiter: „Ob und – wenn ja – wie sich der Vorname auf der Tafel ändern lässt, wird anschließend geprüft.“