Uni-Projekt

Studenten befragen Magdeburger zur Zukunft der Hermann-Gieseler-Halle

Der Stadtrat hat dem Vergleich zur Rückabwicklung des Verkaufs der Hermann-Gieseler-Halle zugestimmt. Jetzt sind Ideen zur Nachnutzung des Baudenkmals gefragt.

Von Stefan Harter
Johannes Wagner (links) befragt Joachim Meyer zu seiner Meinung zur Zukunft der Hermann-Gieseler-Halle in Magdeburg.
Johannes Wagner (links) befragt Joachim Meyer zu seiner Meinung zur Zukunft der Hermann-Gieseler-Halle in Magdeburg. Foto: Stefan Harter

Magdeburg. Mit nur wenigen Gegenstimmen hat der Stadtrat im nicht-öffentlichen Teil der jüngsten Sitzung einen Schlussstrich unter die Causa Hermann-Gieseler-Halle gezogen. Gegen eine Zahlung von knapp über 250.000 Euro kann die Stadt nun in einem außergerichtlichen Vergleich einen langwierigen Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang abwenden.

Die Summe erhält die Steinhoff Familienholding GmbH zusätzlich zur Rückzahlung des Kaufpreises für die denkmalgeschützte Halle am Klaus-Miesner-Platz. Diese bleibt somit nun im Eigentum der Stadt – und das benachbarte Grundstück mit der im Bau befindlichen Grundschule „Am Westring“ auch.

Oberbürgermeister Lutz Trümper zeigte sich am Rande der Sitzung skeptisch, was die Zukunft der Halle angeht. „Wir brauchen sie eigentlich nicht. Zudem müssen Millionen in die Instandhaltung investiert werden“, erinnerte er.

Zukunftskonzept gefragt

Um ein Konzept für die mögliche Zukunft des traditionsreichen Baudenkmals zu erstellen, war am Sonnabend eine Gruppe von Studenten der Otto-von-Guericke-Universität in Stadtfeld unterwegs. Im Rahmen eines Projektseminars der Wirtschaftsfakultät wollen sie herausfinden, welche Nachnutzung sich die Anwohner wünschen.

Anna Jünge und ihre Kommilitonen Johannes Wagner und Nele Pauls standen dafür am Vormittag vor dem Kaufland im Schlachthof und befragten die Kunden.

Viele wünschen sich weiterhin eine sportliche Nutzung, weil sie die Vereine kennen, die dort gespielt haben, berichtet Anna Jünge. Sie wissen meist nicht, dass eigentlich kein Bedarf mehr dafür ist, wenn erst mal die neue Halle am Lorenzweg fertiggestellt ist. Ein Mann sei extra vorbeigekommen, um gleich ein eigenes fertiges Konzept zu überreichen.

Mindestens 500 Umfragen notwendig

Ihre Umfrage läuft seit einer guten Woche, über 350 ausgefüllte Fragebögen online oder in Papierform sind bereits zusammengekommen. Mindestens 500 sollen es am Ende sein, damit es ein repräsentatives Bild ergibt.

Das Konzept, das sie am Ende des Semesters vorlegen wollen, soll im Idealfall so ausgereift sein, dass damit ein potenzieller Investor gewonnen werden kann. Denn die Stadt selbst wird wohl vorerst kein Geld für Sanierungsmaßnahmen übrig haben. Sobald die Halle nach der notariellen Unterschrift wieder der Stadt gehört, hoffen die Studenten auf eine Besichtigung, um ein klareres Bild von den Räumlichkeiten zu bekommen.

Bürgerverein unterstützt Projekt

Der Bürger für Stadtfeld e. V. unterstützt die Seminararbeit. Die Mitglieder würden eine Mischung aus Indoorspielplatz, Gastronomie und regionaler Markthalle begrüßen.

Am Sonnabend, 15. Mai, werden die Studenten nochmals von 10 bis 12 Uhr vor Kaufland im Schlachthof und von 12 bis 14 Uhr am Schellheimerplatz sein.