Magdeburg l In einer Reihe von Punkten hat Magdeburg in der Studie „Vitale Innenstädte“ gute Werte erreicht. Doch auf Pluspunkten beim Handelsangebot und in der Gastronomie könne sich die Landeshauptstadt nicht ausruhen – davon ist der Wirtschaftsbeigeordnete Rainer Nitsche überzeugt: „Es gibt eine Reihe von Hausaufgaben, die wir erledigen müssen“, sagt er. Gemeint sind damit die Gewerbetreibenden – aber eben auch die Stadt Magdeburg.

Eines der Beispiele ist die Zahl der besuchten Geschäfte. Im Vergleich zu anderen Städten mit 200.000 bis 500.000 Einwohnern kommt hier besonders oft die Antwort, dass nur ein Geschäft (21,1 Prozent) besucht worden ist. Das mag vielleicht daran liegen, dass der Einkäufer ohnehin schnell wieder in die Innenstadt kommen kann: Während in den Städten vergleichbarer Größe 34,3, bei den Zentren sogar 37,2 Prozent der Menschen von auswärts in die Innenstadt kommen, sind es in Magdeburg gerade einmal 25,6 Prozent.

Attraktive Angebote zeigen

Rainer Nitsche: „Da müssen wir ansetzen. Wir müssen den Menschen nach innen und nach außen zeigen, was es an attraktiven Angeboten in der Landeshauptstadt gibt.“ Von Interesse dürften dabei gerade die Gemeinden sein, deren Bewohner statt nach Magdeburg gern auch einmal nach Helmstedt oder nach Braunschweig zum Einkaufen fahren.

Gemeint ist mit den Hausaufgaben auch, dass Internetauftritte wie www.einkaufen-in-magdeburg.de und www.geheimtipp-magdeburg.de gepflegt werden sollen. Das bedeutet nicht allein, dass Händler und Dienstleister ermutigt werden sollen, sich dort einzubringen. Es geht auch darum, dass zum Beispiel mit einer Gruppe von Studenten die Veröffentlichungen gepflegt werden könnten. Rainer Nitsche: „Aktuelle Angebote und Aktionen müssen immer wieder eingepflegt werden, damit die Besucher der Seite einen Anreiz zum Besuch des Geschäftes haben.“

Broschüre verweist auf Besonderheiten

Es geht aber auch darum, die Informationen aus der virtuellen in die reale Welt zu holen. Daher soll es eine Broschüre geben, in der die versteckten Besonderheiten des Handels in Magdeburg, die Händler und Dienstleister mit den Angeboten abseits des Massenangebots, ein Podium finden. U a.in Hotels und in der Touristeninformation sollen diese Broschüren dann die Menschen von auswärts, aber eben auch die Magdeburger selbst auf das Außergewöhnliche am Einkaufserlebnis in Magdeburg aufmerksam machen.

Daneben geht es um Ambiente, um Flair in der Innenstadt. Rainer Nitsche: „In diesem Bereich liegen unsere Werte deutlich unter den Zielgrößen und oft unter den Durchschnittswerten anderer Städte.“ Nur: Nicht in jedem Punkt lässt sich ohne großen Aufwand eine Veränderung erzwingen. Jörg Böttcher, Abteilungsleiter vom Unternehmensservice und Standortmarketing im Wirtschaftsdezernat, sagt so: „An den Gebäuden und Fassaden werden wir im großen Stil so schnell nichts verändern können. Und auch neue Sehenswürdigkeiten können wir nicht aus dem Hut zaubern.“ Aber denkbar wäre ja, bestimmte Bereiche zu möblieren: mit Skulpturen, mit Farben, mit Bepflanzungen. So etwas hat in anderen Städten jedenfalls unabhängig von der Bebauung im Umkreis schon mehrfach für eine deutliche Steigerung der Attraktivität geführt. „Wenn wir erreichen, dass die Menschen auch wegen solcher Dinge nach Magdeburg kommen, dann haben wir das Ziel erreicht und auch dem Handel vor Ort geholfen.“

Verzahnung mit Internet

Daneben geht es auch um eine Verzahnung des Handels mit dem Internet: Rund die Hälfte der für die Studie Befragten gab an, dass sie Waren im Internet bestellen und im Geschäft abholen möchten. Und mehr als die Hälfte legt Wert auf kostenlose W-Lan-Angebote während des Einkaufs.