Magdeburg l Gute Nachrichten nach dem tragischen Unfall im Harz: Das zehnjährige Mädchen aus Magdeburg, das bei einem Sturz schwere Kopfverletzungen davongetragen hat, ist außer Lebensgefahr. Ihre drei Mitschüler, zwei Mädchen und ein Junge, die bei dem Sturz einen Hang hinunter ebenfalls verletzt worden waren, konnten das Krankenhaus wieder verlassen und wurden von ihren Eltern zurück nach Magdeburg geholt, sagte Stefan Thurmann, Pressesprecher des Bildungsministeriums Sachsen-Anhalt, am 26. Juni 2019.

Das Unglück war am Tag zuvor gegen 13.30 Uhr auf dem Gelände des Bergwerksmuseums „19 Lachter Stollen“ in Wildemann im Landkreis Goslar geschehen. Als die 16 Schüler sich am Museum an einem Holzzaun zu einem Gruppenbild aufstellten, brach die obere Holzstrebe und die drei Mädchen und ein Junge im Alter von 10 und 11 Jahren stürzten mehrere Meter tief nach unten.

Mit Rettungshubschrauber nach Göttingen

Das schwer verletzte zehnjährige Mädchen musste mit einem Rettungshubschrauber ins Uniklinikum nach Göttingen gebracht werden. Die anderen drei Kinder kamen ebenso in umliegende Krankenhäuser.

Bereits vor Ort kümmerten sich Notfallseelsorger des Kriseninterventionsteams des Landkreises Goslar um die Kinder. Die Schule informierte noch am selben Tag alle Eltern der 16 Grundschüler über den Vorfall, so Ministeriumssprecher Thurmann.

Notfallseelsorger helfen

Am frühen Mittwochnachmittag ist die vierte Klasse der Grundschule Diesdorf wieder in der Landeshauptstadt angekommen. Empfangen wurden sie von ihren Eltern sowie einem Team von Notfallseelsorgern des Vereins „Hilfe für Helfer in Not“ aus Magdeburg. Schon während der Zugfahrt nach Magdeburg waren zwei Seelsorger des Kriseninterventionsteams mit dabei und begleiteten und betreuten die Kinder und die Lehrerin.

Einsatzleiter Stefan Perlbach, zugleich Vorsitzender des Vereins, hatte sich mit zwei Kollegen bereits am Mittwochvormittag auf den Weg in den Landkreis Goslar gemacht. „Das Kriseninterventionsteam des Landkreises Goslar hatte nicht die Kapazitäten, um die Kinder auf der Heimfahrt nach Magdeburg zu begleiten“, so Stefan Perlbach.

Große Betroffenheit

Bereits am frühen Morgen war Stefan Perlbach mit neun Seelsorgern in der Grundschule, um dort in den einzelnen Klassen mit den Kindern über den Vorfall zu sprechen und für sie da zu sein. „Der Vorfall hat die Kinder sehr mitgenommen. Auch unter der Lehrerschaft ist die Betroffenheit sehr groß“, so Stefan Perlbach. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern wird er auch am Donnerstag noch für Gespräche an der Grundschule sein, um den Kindern zuzuhören und auch eine Schulter zum Ausweinen anzubieten.

Auch das Landesschulamt hat bereits Hilfe organisiert. Das Krisenteam der Schulpsychologie habe ebenso mit der Schule Kontakt aufgenommen, um zu klären, welche Unterstützungsangebote nötig sind. Beide Teams werden sich nun abstimmen, sagte Ministeriumssprecher Thurmann.

Untersuchungen laufen

Ob die Kinder der betroffenen Schulklasse am Donnerstag zur Schule kommen, ist mehr oder minder freigestellt. „Die Schule wird hier eine pragmatische und unkomplizierte Lösung finden“, so Thurmann.

Am Mittwoch gingen am Unglücksort die Untersuchungen weiter. Ein Team der Spurensicherung war vor Ort, um zum Hergang zu ermitteln, wie Reiner Siemers, Sprecher der Polizeiinspektion Goslar, sagte. Zur Ursache des Unglücks konnte er am Mittwoch noch nichts sagen, die Auswertung werde noch einige Tage in Anspruch nehmen. Das Museum blieb nach dem Vorfall geschlossen.