Stadtentwicklung

Suche nach der richtigen Sitzbank für den Domplatz in Magdeburg

Im Stadtrat Magdeburg steht ein Antrag zu neuen Sitzbänken für den Domplatz auf der Tagesordnung. In den Ausschüssen wurden verschiedene Varianten diskutiert.

Von Martin Rieß
Für den Domplatz in Magdeburg soll es neue Sitzbänke geben. Wenig Begeisterung gab es für dieses Modell.
Für den Domplatz in Magdeburg soll es neue Sitzbänke geben. Wenig Begeisterung gab es für dieses Modell. Foto: Martin Rieß

Magdeburg - Seit Monaten wird über Bänke am Domplatz diskutiert. Nicht etwa, dass es keine gäbe: Unter den Lindenreihen um den Platz stehen mehr als 20. Doch die sind offenbar nicht bequem genug. Die meisten haben zum Beispiel keine Lehne. Und sie sind schon in die Jahre gekommen. Neue Modelle werden daher in einem Antrag der inzwischen aufgelösten Fraktion Tierschutzpartei/Bund für Magdeburg gefordert. Auf seiner nächsten Sitzung soll der Magdeburger Stadtrat am 10. Juni 2021 über einen entsprechenden Antrag entscheiden – und folglich wurde das Thema erneut in den Ausschüssen diskutiert. Konkret geht es darum, dem bereits in einem Exemplar vorhandenen Modell preiswertere Alternativen gegenüberzustellen.

Des Beschlusses wird es da eigentlich gar nicht mehr bedürfen, denn die Stadtverwaltung hat bereits drei Alternativvorschläge aus den Katalogen herausgesucht. Ihre Kosten liegen mit 840 bis 2400 Euro pro Stück deutlich unter dem Preis für das bereits vorhandene Mustermodell.

Sitzprobe geplant

In wenigen Wochen, so Tiefbauamtsleiter Thorsten Gebhardt, dürften die Modelle geliefert und auf dem Domplatz aufgestellt werden, so dass einem öffentlichen Probesitzen auf dem Domplatz nichts mehr im Wege steht. Und im Anschluss kann darüber entschieden werden, ob und welche Variante als Ersatz für die alten Bänke genutzt werden soll. Für den Antrag gab es dennoch aus den Ausschüssen die Empfehlung für den Stadtrat, ihn anzunehmen.

Matthias Lerm, Chef des Stadtplanungsamts, hatte ebenfalls während der Sitzung des Bauausschusses deutlich gemacht, dass aus Gründen der Platzgestaltung zeitlose und zurückhaltende Modelle gewählt werden müssen. „Es darf ein wenig Zeitgeschmack und nicht Experimentelles aufgestellt werden. Die Grundfunktion des Platzes soll gestützt werden.“ Grundsätzlich würde der Denkmalschutz kaum befürworten, historisierende Bänke aufzustellen. Wobei in diesem Zusammenhang CDU-Stadtrat Frank Schuster, der als Unternehmer aus dem Bereich Bau und Restaurierung vom Fach ist, dem entgegnete: „Denkmalschutz ist immer subjektiv.“

Passend zur Frage rund um unterschiedliche Sichtweisen wollte SPD-Stadtrat Jens Rösler im Finanzausschuss wissen, ob denn Beimsbänke gerade bei einer größeren Stückzahl eine Variante für den Domplatz seien.

Denkmalschutz lehnt Bauhaus-Variante ab

Heide Grosche leitet die Denkmalschutzbehörde und bekräftigte die ablehnende Position der Verwaltung, auf dem Domplatz Beimsbänke aufzustellen. Von diesen wurden und werden neue Exemplare in der Hermann-Beims-Siedlung im westlichen Stadtfeld aufgestellt. Heide Grosche: „Diese Bänke wurden aber explizit für die Beimssiedlung entworfen.“ Für ein Viertel des neuen Bauens also und nicht für ein Gelände, das mit einem Mix aus gotischer, barocker und moderner Architektur glänzt. „Würden wir Beimsbänke auf dem Domplatz platzieren, würden wir diesen die Exklusivität für ein Viertel der Moderne nehmen“, erläutert die Denkmalschützerin eines der Gegenargumente.

Was die Kosten der Beimsbänke angeht: Diese dürften sich auf 3200 Euro pro Stück belaufen. Hinzu komme eine Verankerung im Boden, die kostenintensiver sei als bei den Bänken aus dem Katalog.