Leipziger Straße l Die Ruhestätte des bedeutenden Magdeburger Industriellen und Gewächshausgründers Hermann Gruson soll saniert werden. Einem entsprechenden Antrag der AfD-Fraktion hat der Stadtrat Magdeburg auf seiner Sitzung am Donnerstag zugestimmt.

Das Grabmal auf dem Südfriedhof war im Februar dieses Jahres durch Unbekannte beschädigt worden. Die Täter hatten sich an Grusons Familiengrab zu schaffen gemacht und einen Metallkranz aus der Grabanlage herausgebrochen und gestohlen. Die AfD beantragte nun, dass die Ruhestätte wieder in einen präsentableren Zustand versetzt werden solle.

200. Geburtstag im März 2021

Die Stadtverwaltung erklärte, dass seitens des Eigenbetriebes Stadtgarten und Friedhöfe (SFM) geplant sei, anlässlich des 200. Geburtstags von Hermann Gruson am 13. März 2021 die Grabanlage zu sanieren. Die erforderliche restauratorische Voruntersuchung sei unter Beachtung der statischen Überprüfung der Friedhofsmauer beauftragt, so SFM-Leiterin Simone Andruscheck.

Die gärtnerische Neuanlage der Grabstätte soll durch den Förderverein der Gruson-Gewächshäuser übernommen werden. Der Verein Deutscher Ingenieure habe ebenfalls seine Unterstützung zur Wiederherstellung des beschädigten beziehungsweise teilweise gestohlenen Kranzes angeboten, so Simone Andruscheck. Die geplante Sanierungsmaßnahme wird durch die Untere Denkmalschutzbehörde begleitet.

Größte Kakteensammlung Europas

Hermann Gruson war nicht nur Industrieller in der Stadt, sondern auch ihr Förderer und Botaniker. Gruson besaß einst die größte Kakteensammlung Europas. Mit seinem Tod 1895 stiftete er sie samt einem größeren Geldbetrag der Stadt Magdeburg. 1896 wurden die hiervon errichteten Grusonschen Gewächshäuser – eine Sammlung vieler seltener, inzwischen vom Aussterben bedrohter exotischer Pflanzen – den Magdeburgern zugänglich gemacht.