Magdeburg l Längst ist der Super-Bowl-Sunday, also der alljährliche Sonntag, an dem in den Vereinigten Staaten der American-Football-Meister ausgespielt wird, kein „Feiertag“ mehr, der sich auf den amerikanischen Raum begrenzt. Auch hierzulande fiebern unzählige Sportbegeisterte dem Finale der National Football League (NFL) entgegen und zählen die Stunden, bis in der Nacht zum 8.Februar 2021 um 0.30 Uhr deutscher Zeit (live auf ProSieben und DAZN) der Startpfiff ertönt.

Unter ihnen ist die Familie Laaß, die bereits sämtliche Vorkehrungen für den großen Finaltag getroffen hat. „Wir sind bestens vorbereitet“, erzählt Familienvater Dirk. Konkret heißt das: Girlanden als Dekoration sind gekauft, Snacks, Fingerfood und alles, was es zur Zubereitung von deftigen Hamburgern braucht, ebenso. „Typisch amerikanisches Essen gehört einfach dazu“, sagt Dirk Laaß, „das ist bei uns schon zur Tradition geworden“.

Tochter Cheyenne war es, die die Familie mit dem Football-Fieber angesteckt hatte. „Ursprünglich, weil ich den Sport immer in typisch amerikanischen High-School-Filmen sah und sehr spannend fand“, erzählt sie. 2013 schaute sie gemeinsam mit den Eltern und Bruder Linus ihren ersten Super Bowl – und der Funke sprang sofort über.

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Bald schon wurde die Familie Laaß zu Stammgästen bei den hiesigen Magdeburg Virgin Guards, ehe Vater Dirk und Sohn Linus 2016 selbst im Verein mit dem American Football begannen. „Es gibt einfach keinen anderen Sport, bei dem so viele Komponenten und so verschiedene Charaktere zusammenkommen“, erklärt Dirk Laaß seine große Faszination.

Der Super Bowl stellt dabei aus Zuschauersicht das alljährliche Highlight dar. Das morgige Duell zwischen den Kansas City Chiefs und den Tampa Bay Buccaneers verspricht genau das, nämlich „so ziemlich das beste Endspiel, das man sich nur vorstellen kann“, meint Dirk Laaß voller Vorfreude. Im Gegensatz zu Enrico Müller, dem Vorsitzenden der Virgin Guards, kann die Familie dem Finale entspannt entgegenblicken: „Wir gehen ganz unbefangen rein, wollen nur ein schönes Spiel sehen.“

Müller hingegen ist langjähriger Anhänger der Buccaneers, die erstmals seit ihrem Triumph im Jahr 2003 wieder im Super Bowl stehen. „Das ist für sich schon ein grandioser Erfolg“, sagt er. Für morgen rechnet Müller seinem Team allerdings nur Außenseiterchancen aus. Die Mehrheit der Virgin-Guards-Footballer sieht das ebenso: Über 60 Prozent der Mannschaft glauben in einer Umfrage an die Titelverteidigung der Kansas City Chiefs.

Keine großen Partys

Und auch der Vergleich zum ersten Triumph seines Teams hakt: „Als die Buccaneers damals ihren Titel geholt haben, haben wir eine große Super-Bowl-Party gefeiert“, erinnert sich Müller. Morgen hingegen schaut jeder aufgrund der Corona-Pandemie weitestgehend für sich alleine. „Das ist sehr schade, weil die Gemeinschaft diesen Tag so besonders macht“, erklärt er, „und das ist definitiv der größte Unterschied zu allen Vorjahren.“

Den Spaß wollen sich aber weder Müller noch Familie Laaß dadurch nehmen lassen.