Magdeburg l Im Sommer 2020 soll der Magdeburger Stadtrat abermals über das geplante Besucherinformationszentrum für Wasserstraßenkreuz und Schiffshebewerk abstimmen. Das plant der zuständige Beigeordnete für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit, Rainer Nitsche. Hintergrund der neuerlichen Abstimmung ist der Plan der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) des Bundes, auf der Schleuseninsel Rothensee eine Großleitzentrale zu errichten.

In diesen Millionen-Neubau soll das lang geplante Besucherinformationszentrum einziehen. Eine entsprechende Absichtserklärung hatten die WSV und die Landeshauptstadt bereits im Sommer 2016 unterzeichnet. Mit dem Zentrum sollen das historische Schiffshebewerk und das Wasserstraßenkreuz noch besser vermarktet werden. Beide Bauwerke sind bei Touristen sehr beliebt. Fahrgastschiffe fahren beide Punkte regelmäßig an, auch bei Radtouristen stehen beide Ausflugsziele hoch im Kurs.

Magdeburg übernimmt Betriebskosten

Das Grundkonzept sieht vor, dass der Bund das Zentrum errichtet, die Stadt die Kosten für den Betrieb übernimmt. Bislang war vorgesehen, das Infozentrum mit Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen sowie einer Besucherterrasse mit Ausblick auf das Wasserstraßenkreuz am Schiffshebewerk zu errichtet. Das geht nicht, da das zunächst in Auge gefasste Grundstück nicht dem Bund gehört.

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Nun soll das Infozentrum in das Neubauvorhaben der WSV integriert werden. Und dafür braucht es einen neuen Beschluss des Stadtrates. Nach den Detailabstimmungen mit der WSV soll im Juni/Juli 2020 eine entsprechende Beschlussvorlage einschließlich Fortschreibung der Absichtserklärung zur Beratung und Abstimmung dem Stadtrat vorgelegt werden, so Rainer Nitsche.

Die Planungen für die neue Großleitzentrale sind so weit abgestimmt, dass es nun daran geht, den Entwurf für den Neubau zu erarbeiten, hieß es vom Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg.

20 Schleusen von Magdeburg aus bedienen

Herzstück des Neubaus soll die Leitzentrale für die Bedienung der Schleusen des Wasserstraßenkreuzes, des Elbe-Havel-Kanals, der oberen Saale und der Unteren Havel-Wasserstraße einschließlich der Wehre sein. Etwa 20 Schleusen sollen dann von Rothensee aus bedient und überwacht werden, sehen die Planungen vor.

Ebenso in der Großleitzentrale untergebracht werden soll die Revierzentrale für das Verkehrsgebiet Elbe-Oder. Die Revierzentrale ist für die Verkehrssicherheit in der Binnenschifffahrt zuständig, hier läuft beispielsweise der nautische Informationsfunk, auch Notrufe werden hier entgegengenommen.

Auch der Bereich Wasserbewirtschaftung von Mittellandkanal und Elbe-Havel-Kanal, wie etwa die Bedienung der Pumpwerke, soll in den Neubau mit einziehen. Zudem ist geplant, dass es in der Großleitzentrale einen Fahrsimulationsstand für die Patentschifffahrt geben soll. Den Simulator soll das Binnenschiffer-Ausbildungs-Zentrum Schönebeck nutzen können.

Betriebsstart im Jahr 2023

Die neue Großleitzentrale soll im Jahr 2023 in Betrieb gehen können, sehen die Planungen vor. Bis zu 15 Mitarbeiter sollen hier ihren Arbeitsplatz haben. Die Investitionskosten für den Neubau werden sich nach bisherigen Schätzungen auf einen einstelligen Millionenbetrag belaufen.