Magdeburg l Immer mehr Touristen besuchen Magdeburg. Sandra Y. Stieger ist Geschäftsführerin der städtischen Magdeburg Marketing GmbH und damit für den Tourismus in der Stadt einschließlich der Touristinformation am Breiten Weg zuständig. Sie sagt: „Zu verdanken ist diese Entwicklung dem allgemeinen Trend zum Urlaub in Deutschland und dem Trend zum Städtetourismus.“

Luther war Thema, aber kein Hype

2017 sei im ganzen Land Sachsen-Anhalt das Reformationsjubiläum und Martin Luther Thema gewesen. Und auch in Magdeburg habe es eine Nachfrage nach den eigens zusammengestellten touristischen Arrangements gegeben. „Doch von einem Hype kann man in Magdeburg kaum sprechen“, sagt Sandra Y. Stieger.

Und auch das Bauhaus, das in Magdeburg in mehreren Ausstellungen und bei Veranstaltungen in den vergangenen Monaten Thema war, war kein Punkt, der zu deutlichen Steigerungen der Besucherzahlen geführt habe.

Elberadweg nimmt wichtige Rolle ein

Vielmehr ist bei den Urlaubern Magdeburg breit aufgestellt: Die einen kommen wegen Otto I. und Otto von Guericke. In diesem Zusammenhang habe sich der Beiname Magdeburgs als Ottostadt inzwischen durchaus bewährt, so die Tourismusmanagerin. Und bis heute sei der Erfolg der Ottonen-Ausstellungen nach der Jahrtausendwende zu spüren. Andere kommen wegen Magdeburg als Aktiv-Stadt: „Hier spielt der Erfolg des Elberadwegs eine sehr große Rolle“, sagt Sandra Y. Stieger.

Als dritte Säule setzen die Touristiker im Dienst der Stadt Magdeburg auf Besucher, die als Familie in die Stadt kommen. Das, so Sandra Y. Stieger, sei ein Trend, der eine zunehmende Bedeutung habe. „Außerdem möchten wir als vierte Säule den Bereich kulinarisches Magdeburg und Einkaufen in Magdeburg stärken“, sagt sie.

Positive Presse für Magdeburg

Die Ernte des Engagements für den Germany Travel Mart, bei dem 2016 Reiseanbieter aus aller Welt in Magdeburg über Deutschland als Reiseziel informiert wurden, sei dabei noch nicht einmal komplett eingebracht. Zwar habe Magdeburg aufgrund der mehr als 1000 Journalisten aus aller Welt sehr viel positive Presse erhalten.

Auf der anderen Seite sei während der Veranstaltung die Planung fürs Jahr 2017 schon abgeschlossen gewesen, so dass die ersten Katalogreisen nach Magdeburg, die nun vielleicht mehr angeboten würden, wohl frühestens 2018 zu Buche schlagen werden.

Bessere Bahnanbindung gefordert

Zwei Drittel der Besucher kommen aber aus geschäftlichen Gründen nach Magdeburg. Hier spielt nicht zuletzt die günstige Lage der Elbestadt in der Mitte Deutschlands und mit guter Erreichbarkeit zu drei großen Flughäfen eine wichtige Rolle, sagt Sandra Y. Stieger.

Doch im Sinne dieses Bereichs hier sieht die Magdeburger Tourismusmanagerin Handlungsbedarf: „Die Zahl der Bahnreisenden steigt gerade bei Geschäftsleuten. Daher ist die fehlende Anbindung der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt an das ICE-Netz ein echtes Problem für den Kongress- und Tagungstourismus.“ Darüber werde in Zukunft noch zu reden sein.

Der Tourismus in Zahlen

  • Im Jahr 2017 wurden von Januar bis Dezember insgesamt 392.308 Ankünfte in den Beherbergungsbetrieben in Magdeburg gezählt. Aus diesen resultierten 666.037 Übernachtungen.
  • Magdeburgs Übernachtungszahlen liegen mit 5,8 Prozent Steigerung zum Vorjahr über dem bundesdeutschen Anstieg von 2,7 Prozent und dem Anstieg in Sachsen-Anhalt, welcher im vergangenen Jahr 4,4 Prozent betrug.
  • Ausländische Gäste: Sehr gut entwickelten sich auch die Zahlen ausländischer Gäste. Hier konnten die Übernachtungen sogar um 10,3 Prozent gesteigert werden.
  • Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer eines Übernachtungsgastes liegt in Magdeburg bei 1,7 Tagen.