Magdeburg (vs) l Chanelle Fischer hat ein eher ungewöhnliches Hobby. Die 15-Jährige aus Magdeburg ist Wakeboarderin. Beim Wakeboarden (frei übersetzt bedeutet das so viel wie Wellenreiten) wird der Sportler im hohen Tempo an einem Seil über eine Wasseroberfläche gezogen und muss dabei Hindernisse überwinden, die sich auf dem Wasser befinden. Das können beispielsweise Rampen sein. Das Wakeboarden ähnelt ein bisschen dem Wasserski. Der große Unterschied: Beim Wakeboarden steht man nicht auf zwei Brettern, sondern mit beiden Beinen auf einem und springt sehr weit.

Erst vor zwei Jahren gestartet

Mit dem Wakeboarden hat Chanelle vor gerade einmal zwei Jahren angefangen - trotzdem ist sie darin schon richtig gut! Seit diesem Jahr macht sie auch bei Wettkämpfen mit. Diese haben sie schon nach Slowenien und Ungarn geführt. Erst Anfang des Monats hat Chanelle bei den Deutschen Meisterschaften in Wachtendonk (NRW) den dritten Platz erreicht. „Es ist ein echt cooles Gefühl, als Einzige auf dem Wasser zu sein und von den Leuten am Ufer angefeuert zu werden“, so die Schülerin, die das Sportgymnasium in Cracau besucht.

Wenn hier der Unterricht vorbei ist, zieht es Chanelle meist sofort auf die Trainingsanlage „Cable Island“ am Neustädter See. Auch in Salzgitter trainiert sie ab und an. Verletzt hat sie sich dabei zum Glück noch nicht. „Nur mein Rücken und die Knie tun manchmal etwas weh, gerade durch die vielen Sprünge, die man auf dem Wasser macht“, so die Schülerin. Auch längere Trainingsreisen hat sie noch vor sich. „Im Winter geht’s nach Thailand, die Philippinen und die Türkei stehen auch auf dem Plan.“ Die teure Ausrüstung, die aus einem Board, einem Helm, einem Neoprenanzug und einer Schutzweste besteht, muss Chanelle selbst finanzieren. Wenn mal etwas kaputt geht, dann kümmert sich der Vater ihres Freundes darum. „Er kümmert sich auch um alle Termine, Anmeldungen, unsere Unterkünfte und Fotos und Videos. Er unterstützt mich sehr in meinem Vorhaben“, freut sie sich.

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Das Wakeboarden ist der breiten Öffentlichkeit noch nicht sehr bekannt. Chanelle hofft, dass sich das 2024 ändert. Dann soll Wakeboarden zur olympischen Disziplin werden. Ihr großes Ziel ist es, einmal von einer Marke gesponsert und somit in ein Team eingeladen zu werden.

Die Konkurrenz schlagen

Momentan trainiert Chanelle für die EM und die hessischen Meisterschaften. Dort würde sie gerne die zwei Mädchen besiegen, die es in Wachtendonk auf die Plätze vor ihr geschafft haben. Doch von Konkurrenz kann nicht die Rede sein. „Ich freue mich natürlich, wenn ich gewinne, aber in erster Linie geht es wie in allen Dingen darum, Spaß zu haben!“, bekräftigt sie.